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14.07.2021

Hochwasserschutz an der Mittelelbe: Arbeit für die nächsten 30 Jahre

Die Hochwasserdeiche an der Mittelelbe befinden sich zwar grundsätzlich in einem guten Zustand. Trotzdem steht viel Arbeit an. Dies zeigt eine vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Lüneburg an die Deichverbände übergebenen Untersuchung des Deichbestands im niedersächsischen Elbeabschnitt zwischen Schnackenburg und Rönne. Hintergrund waren die extremen Hochwasserereignisse von 2002 bis 2013. Damals haben die Deiche zwar stets den enormen Belastungen standgehalten - nicht zuletzt, weil die Verbände und Einsatzkräfte vor Ort einen enormen Aufwand bei der Deichverteidigung betrieben haben. Es kam aber an diversen Deichabschnitten zu deutlich erhöhten Sickerwasseraustritten vor dem Deichverteidigungsweg und im Binnenbereich. Nicht zuletzt diese bekannten Sickerwasserbereiche wurden nun einer genauen Baugrunduntersuchung unterzogen. Hierbei ging es etwa um die Bestimmung der Lagerungsdichte, den Aufbau der einzelnen Bodenschichten und eine Überprüfung auf innere Erosions- und Suffosionsprozesse, sowie eine Standsicherheitsbetrachtung. Auch die Eisthematik an der Elbe wurde berücksichtigt. Die mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen ermöglichte Deichbestandsanalyse beinhaltet zudem eine visuelle Begutachtung, eine Bestandsvermessung der Anlagen und Deiche sowie weitere geologische Erkundungsmaßahmen. Im Ergebnis zeigt der jetzt vorgestellte Bestand der Hochwasserschutzanlagen, dass sich diese in einem guten und wehrhaften Zustand befinden. Allerdings müssen die Deiche an die neuen Herausforderungen angepasst werden, um auch künftig zuverlässig vor Gefahren schützen zu können. So zeigen die einbezogenen hydraulischen Berechnungen der Bundesanstalt für Gewässerkunde Fehlhöhen von bis zu 80 Zentimetern an den Elbdeichen auf. Zudem ist ihr Sandkern teils zu locker gelagert und der Deichverteidigungsweg liegt zu tief. Der erforderliche Finanzbedarf zur Bewältigung der Aufgaben wird auf rund 313 Millionen Euro geschätzt. Die Arbeiten werden einen Zeitraum von 25 bis 30 Jahren in Anspruch nehmen und bedingen eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Akteure.

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