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08.02.2021

Grüne und blaue Infrastruktur für das Ruhrgebiet

In den kommenden zehn Jahren investieren das Land Nordrhein-Westfalen und die Wasserverbände rund 250 Millionen Euro in den Ausbau der grünen und blauen Infrastruktur im Ruhrgebiet, um die Lebensqualität der Städte zu erhalten und Schäden im Klimawandel zu vermeiden. Auf Beschluss der Landesregierung werden die Projekte „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft” und „Offensive Grüne Infrastruktur 2030” im Rahmen der Ruhrkonferenz mit über 145 Millionen Euro gefördert. Anfang Februar zogen Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser und Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und weitere Partner ein erstes positives Fazit zu den bereits umgesetzten und gestarteten Projekten und blickten nach vorne. „Klimaschutz und Klimaanpassung sind zentrale Daseinsvorsorge. Weniger Hitzestau, dafür mehr grüne Lebens- und Erholungsräume, weniger Versiegelung, dafür mehr natürliche Versickerungsbereiche, weniger Überflutungen von Straßen, dafür klimafeste Infrastruktur. Mit zahlreichen Maßnahmen und Ideen trägt das Projekt bereits ganz konkret zu einer klimasicheren Zukunft und damit auch zur Lebensqualität der Menschen in der Metropolregion Ruhr bei”, so Heinen-Esser. Zur Koordinierung und Unterstützung der Ideen und Maßnahmen zur Klimaanpassung hat die Emschergenossenschaft vor einem Jahr eine Service-Organisation in Essen eingerichtet. Als zentrale Anlaufstelle koordiniert sie die Zusammenarbeit der Kommunen und Wasserverbände und ermöglicht mit den Fördermitteln des Landes die Maßnahmen vor Ort. „Ein funktionierendes Modell, das in den vergangenen Monaten im Schatten von Corona bereits viel für die Klimafolgenanpassung in der Region angestoßen und umgesetzt hat. Mit dem Projekt ‚Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft‘ konnten Emschergenossenschaft und Städte ihre Initiativen für eine klimafeste Zukunft deutlich ausbauen”, erklärte Uli Paetzel bei der Jahrespressekonferenz. Im ersten Jahr haben zahlreiche Kommunen mit Unterstützung der Service-Organisation Dächer und Fassaden begrünt, Bäume gepflanzt, Flächen entsiegelt und Regenwasser abgekoppelt. An 111 Projekten hat die Zukunftsinitiative 2020 gearbeitet, 55 Maßnahmen haben einen Zuwendungsbescheid erhalten. Die Mittel stehen bereit beziehungsweise sind ausgegeben. Rund 5500 Quadratmeter sind bereits bepflanzt und rund 10 000 Quadratmeter sind abgekoppelt oder entsiegelt worden. So kann Regenwasser verdunsten, im Boden versickern oder in ein Gewässer abfließen. Bis 2040 sollen mindestens 25 Prozent der befestigten Flächen vom Kanalnetz abgekoppelt und der Verdunstungsgrad um zehn Prozent in der Region erhöht werden. Weitere Maßnahmen sind bereits für 2021 in der Planung. So prüft eine Machbarkeitsstudie die Begrünung der Fassade des Kohlenbunkers (Green Tower) im Nordsternpark in Gelsenkirchen und des Amphitheater-Parkplatzes in dem Areal. Mit der Baumaßnahme könnte nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung umgesetzt werden. Die Stadtwerke Bochum nutzen eine anstehende Sanierung zweier Dachflächen auf ihrem Betriebshof in Bochum-Hamme, um sich mit einer Dachbegrünung für Klimaschutz und Artenvielfalt einzusetzen.

Webcode: 20210208_004