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10.08.2020

Krankenhäuser: Verbundprojekt "NOWATER" gestartet

Während das Szenario eines Stromausfalls in der Notfallplanung von Krankenhäusern fest verankert ist, wurde die Aufrechterhaltung der Wasserversorgung und -entsorgung bisher kaum betrachtetet. Dieser Problematik widmet sich das neue Projekt NOWATER (Notfallvorsorgeplanung der Wasserver- und -entsorgung von Einrichtungen des Gesundheitswesens - organisatorische und Technische Lösungsstrategien zur Erhöhung der Resilienz). Im Rahmen des Projekts wird ein praxisnaher Leitfaden für die Betreiber von Kritischen Infrastrukturen im Gesundheitswesen erarbeitet. Dieser Leitfaden umfasst den gesamten Bereich des Risiko- und Krisenmanagements zur Sicherstellung der Wasserver- und -entsorgung: Angefangen mit praxistauglichen Methoden der Kritikalitäts-, Vulnerabilitäts- und Risiko-analyse, über die Notfallvorsorgeplanung bis hin zur Erstellung entsprechender Einsatzpläne im Rahmen der Krankenhausalarmplanung. Somit soll dieser Leitfaden sowohl die Krankenhäuser als auch die zuständigen Behörden und Betreiber Kritischer Infrastrukturen darin unterstützen, eine bestmögliche Vorbereitung auf solche außergewöhnlichen Schadenslagen zu erreichen. Als weiteres Hauptziel des Projekts soll ein Demonstrator zur Aufrechterhaltung der Wasserversorgung gebaut und getestet werden. Dieser soll eine Möglichkeit zur Aufbereitung und Einspeisung von Ersatz- bzw. Notwasser für den Fall darstellen, dass eine leitungsgebundene Versorgung zeitweise nicht zur Verfügung steht. Insbesondere soll der Demonstrator modular konzipiert werden und eine kurzfristige Inbetriebnahme ohne Unterstützung von Hilfsorganisationen oder Einsatzkräften möglich sein. An NOWATER sind neben der Universität der Bundeswehr München als Projektkoordinator die Technische Hochschule Köln, das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken gGmbH, Strecker Wassertechnik GmbH und teckons GmbH & Co.KG beteiligt. Zusätzlich unterstützt wird es von sieben assoziierten Partnern, vor allem aus dem Gesundheitssektor und kommunalen Unternehmen im Bereich der Wasserver- und -entsorgung. Das dreijährige Forschungsvorhaben läuft seit Mai 2020 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit” mit 2,37 Millionen Euro gefördert.

Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität der Bundeswehr München

swa@unibw.de

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