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19.07.2020

Hermann H. Hahn 80 Jahre

Prof. Dr.-Ing. E. h. Hermann H. Hahn, Ph. D., Präsident der DWA (und ihrer Vorläufer ATV und ATV-DVWK) zwischen 1996 und 2006, und Ehrenmitglied seit 2007, vollendet am 2. August 2020 sein 80. Lebensjahr. Über Hermann Hahn ist in den Zeitschriften der DWA schon viel geschrieben worden, in der letzten Zeit dem Lauf der Dinge folgend weniger als früher. Das Wichtigste soll noch einmal zusammengefasst werden. Hermann Hahn ist in gewisser Weise schon seit seinen jungen Jahren ein Wandler zwischen den Welten - geboren in Immenstadt im Allgäu, ging er bereits 1964 direkt nach seinem Studienabschluss an der damaligen Technischen Hochschule München als Diplom-Bauingenieur an die renommierte Harvard University in den USA. 1968 promovierte er hier, aber nicht etwa mit einem typischen Ingenieurthema, sondern in der Wasserchemie („Effects of Chemical Parameters upon the Rate of Coagulation”). Sein Doktorvater war Werner Stumm. Nach der Verleihung des amerikanischen Doktorgrades Ph. D. blieb der Jubilar als Lecturer und Research Associate an der Harvard University. Doch bereits ein Jahr nach seiner Promotion wurde Hermann Hahn mit erst 29 Jahren Ordinarius und Direktor des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft der Technischen Hochschule Karlsruhe, eine Funktion, die er bis zu seiner Emeritierung im Herbst 2008 ausübte. Bevor er zum ATV-Präsidenten gewählt wurde, von 1989 bis 1995, war Hahn Pro-Rektor der damaligen Universität Karlsruhe (TH). Beginnend in der Studentenzeit, wurde Hahn eine Reihe von Auszeichnungen zuteil: das Stipendium für besonders Begabte des Freistaats Bayern, das Fulbright-Stipendium und die Gordon McKay Fellowship der Harvard University. Bereits 1979 wurde ihm im Rahmen der Mitgliederversammlung in Weinheim an der Bergstraße die Goldene Ehrennadel der damaligen ATV verliehen. 1990 schließlich erhielt er das Bundesverdienstkreuz „für herausragende Leistungen sowie seine tragende Rolle für die Ingenieurwissenschaft im Bereich des Umweltschutzes”. Mit der nächsten Stufe, dem Verdienstkreuz 1. Klasse, wurde er am 2. September 2009 ausgezeichnet. Beachtlichen Erfolg hat Hahn in Forschung und Lehre: Unter seiner Leitung sind über 500 Diplomarbeiten entstanden. Über 100 Ingenieure und Naturwissenschaftler promovierten bei ihm. Seine Arbeiten gingen über das Spektrum der Ingenieure hinaus und waren zu einem guten Teil physiko-chemischer, aber auch biologischer Natur. Im Rahmen der Selbstverwaltung „seiner” Universität war er Mitglied in zahlreichen Kommissionen oder hatte deren Vorsitz. In die ATV als Vorgänger der heutigen DWA trat Hahn am 21. Januar 1970 ein. Er war lange Zeit Mitglied in zahlreichen Fachgremien der damaligen Hauptausschüsse „Abwasserreinigung” und „Fort- und Weiterbildung von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern”. Im letztgenannten Gremium hatte er von 1982 bis Ende 1999 den Vorsitz inne. 1986 wurde Hermann Hahn Mitglied des Vorstands der ATV, 1996 wurde er zum Präsidenten gewählt. Auch nach der Fusion von ATV und DVWK bleibt er Präsident der neuen ATV-DVWK. Die Verschmelzung von ATV und DVWK wurde wesentlich von ihm angestoßen und in den folgenden Verhandlungen intensiv von ihm persönlich begleitet. Das Präsidentenamt, die Vereinigung hieß mittlerweile DWA, gab er zum 1. Januar 2007 ab. Zwischenzeitlich - von 1998 bis 2001 - war er zudem Vizepräsident der International Water Association (IWA). Bereits 2002 zeichnete sich allerdings bereits eine neue „Karriere” ab: In diesem Jahr wurde Hermann Hahn zum Ordentlichen Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Landesakademie für Baden-Württemberg, gewählt, 2006 wurde er Sekretär der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse. Er behielt dieses Amt bis 2009 und gab es nur auf, weil er zum Präsidenten der Akademie gewählt wurde, was er bis 2013 war. Damit allerdings nicht genug: Hermann Hahn hatte sich bereits früher im Umweltbeirat der evangelischen Landeskirche Baden engagiert, nach der Emeritierung war er sechs Jahre lang Vorsitzender der Kirchenältesten der Stadtkirche Durlach. Aktuell leitet er als Präsident den Förderverein des Generallandesarchivs Karlsruhe. Die DWA gratuliert ihrem langjährigen „Alt-Präsidenten” und Ehrenmitglied auf das Herzlichste und wünscht weiterhin gute Gesundheit und viel Freude an allen Dingen, die das Leben bietet.

Foto: Jessen Oestergaard Photographie/Heidelberger Akademie der Wissenschaften

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