Zwei Liter Wasser weisen mehr als 1 000 Arten in der Lippe nach
Mit Hilfe von Umwelt-DNA lässt sich die Artenvielfalt in Fließgewässern offenbar mit vergleichsweise geringem Aufwand umfassend erfassen. Forschende der Universität Duisburg-Essen haben an der renaturierten Lippemündung bei Wesel innerhalb eines Jahres über 1 070 Arten nachgewiesen. Dafür nahmen Sie alle zwei Wochen jeweils zwei Wasserproben und analysierten die darin enthaltenen DNA-Spuren.
Insgesamt fanden die Wissenschaftler 40 Fisch- und Neunaugenarten, 41 Vogel- und 26 Säugetierarten sowie 425 aquatische und 350 terrestrische Wirbellose und 190 Arten von Kieselalgen. Zum Vergleich: Für denselben Ort sind in der globalen Biodiversitätsdatenbank GBIF insgesamt 1.029 Arten registriert, die in über 130 Jahren zusammengetragen wurden.
Umwelt-DNA ergänzt klassische Artenbestimmung
Grundlage der Untersuchung ist das sogenannte DNA-Metabarcoding. Das Verfahren identifiziert Arten anhand ihrer in Wasserproben hinterlassenen Erbinformationen.
Auch ökonomisch ist der Ansatz interessant, denn der Bedarf an solchen Daten wächst: Sowohl das globale Biodiversitätsrahmenwerk von Kunming-Montreal (GBF) als auch die nationalen und europäischen Berichtspflichten verlangen eine räumliche und zeitliche Datendichte, die mit klassischen Methoden kaum zu leisten ist. Die Forschenden sehen in dem Verfahren Potenzial für ein umfangreiches und zugleich kostengünstiges Biodiversitätsmonitoring von Gewässern.
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