Wasserstress in Deutschland bleibt hoch
Die Wasserspeicherung in Deutschland und weiten Teilen Europas bleibt auf einem niedrigen Niveau. Daten der Satellitenmissionen GRACE und GRACE-FO zeigen für Deutschland einen langfristigen Rückgang der gespeicherten Wassermengen. Besonders seit den Trockenjahren ab 2018 ist das Defizit deutlich sichtbar.
Zum Jahresende 2025 fehlten Deutschland nach Auswertungen des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung rund 25 Milliarden Tonnen Wasser gegenüber dem langjährigen Mittel seit Beginn der Messreihe im Jahr 2002. In Europa und im Nahen Osten weisen sämtliche untersuchten großen Einzugsgebiete einen Rückgang der Wasserspeicherung auf. Die aktuellen Daten der Satellitenmission erhebt das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung gemeinsam mit der NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Seit 2015 sehen wir zunehmend trockenere Bedingungen in Deutschland als in den 15 Jahren davor“, sagt Prof. Annette Eicker, Leiterin der Sektion Globales Geomonitoring und Schwerefeld am GFZ. „Die Abnahme der Grundwasserspeicherung ist für den größten Teil des langfristigen Rückgangs der Wasserspeicherung in Deutschland verantwortlich", sagt Güntner. Ein weiterer Grund zur Sorge: Die Daten bis Juni konnten den Hitzesommer in Deutschland noch nicht abbilden. Die Folgen der Hitzewellen werden sich erst in den Daten der nächsten Monate zeigen.
Die räumliche Auswertung der Satellitendaten über Deutschland weist über die vergangenen zehn bis fünfzehn Jahre ein konsistentes Muster auf: Defizite der Wasserspeicherung sind im Juni 2026 vor allem im Süden, Südwesten und Osten Deutschlands zu sehen, weniger starke Defizite gibt es im Nordwesten im Umfeld der Nordsee. Seit 2015 wird die Häufung von Juni-Monaten mit geringerer Wasserspeicherung im Vergleich zu den Jahren davor deutlich. Insgesamt sind die Defizite oftmals im Süden und Osten stärker.
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