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Urbane Wasserinfrastruktur der Zukunft – Pilotprojekt in Lünen: Abschlussbericht vorgelegt

Ein Forschungs- und Demonstrationsprojekt in einem Wohnviertel in Lünen (Nordrhein-Westfalen) zeigt, dass Regenwasser und Grauwasser aus Duschen oder Waschbecken gewinnbringend genutzt werden kann. Das dort angewendete i.WET-Konzept kann nicht nur Frischwasser sparen, sondern durch Wärmerückgewinnung auch Energie sparen und die Risiken von Starkregenereignissen abmildern. Das Fraunhofer ISI hat das Konzept entwickelt und hat nun die Ergebnisse aus dem Pilotprojekt vorgestellt.

Die Grundidee von i.WET (integriertes Wasser-Energie-Transitionskonzept) besteht darin, Regenwasser und leicht verschmutztes Grauwasser getrennt vom kommunalen Abwasser aufzufangen. Dieses gering belastete Wasser wird auf dem sogenannten „blauen“ Wiederverwertungsweg aufbereitet und kann anschließend zum Beispiel für die Toilettenspülung genutzt werden. Zisternen, in denen Regenwasser zwischengespeichert wird, dienen bei Starkregen als Puffer. Außerdem wird Wärme aus dem Abwasser zurückgewonnen und kann zur Vorwärmung von Trinkwasser oder für die Heizung der Wohngebäude genutzt werden.

Diese Technologien kombiniert das i.WET-Konzept mit dem „grünen“ Wiederverwertungsweg: Dabei wird die Umgebung der Wohngebäude mit naturnahen Anlagen zur „grünen Infrastruktur“. In der sogenannten i.WET-Allee wird überschüssiges Grau- und Regenwasser gesammelt und unterirdisch gefiltert. Ein bepflanzter Bodenfilter entfernt Schadstoffe, sodass das Wasser anschließend direkt in Oberflächengewässer abgeleitet oder unter Umständen zur Bewässerung genutzt werden kann

Um das Konzept in der Praxis zu testen, wurde i.WET in einem neu gebauten Wohnquartier (Preußenstraße in Lünen) ab 2018 als Pilotprojekt umgesetzt. Das Fraunhofer ISI begleitete das Projekt wissenschaftlich. Modellrechnungen belegen danach, dass bei vollständiger Umsetzung rund 30 bis 40 Prozent des im Haus benötigten Trinkwassers durch aufbereitetes Grau- und Regenwasser ersetzt werden können. Das aus einer Dusche aufbereitete Wasser kann 80 bis 90 Prozent der benötigten Menge Frischwasser für die Toilettenspülung einsparen. Bei optimierter Betriebsweise und Ausbau auf alle Gebäude des Quartiers könnte der Primärenergiebedarf für die Warmwasserbereitung um 20 bis 50 Prozent sinken. Eine dynamische Kostenvergleichsrechnung zeigt, dass i.WET-Alleen über Lebenszyklen von 60–120 Jahren mindestens kostenneutral und häufig günstiger als konventionelle Trennkanalisationslösungen sind, so Fraunhofer ISI.

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