Anzeige

Universität Siegen entwickelt digitales Tool für den Hochwassernotfall

Die Universität Siegen entwickelt im internationalen Forschungsprojekt BONSAI ein digitales Werkzeug, das Einsatzkräfte bei Hochwasser schneller bei Entscheidungen unterstützen soll. Wenn Flüsse über die Ufer treten oder Sturmfluten auf die Küste treffen, zählt oft jede Minute und jede Entscheidung. Behörden und Einsatzkräfte müssen schnell erkennen, wo sich das Wasser ausbreitet, welche Gebäude und Verkehrswege besonders gefährdet sind und wie Schutzmaßnahmen den größten Schaden verhindern können.

Zukunftssicherer Katastrophenschutz

Im Forschungsprojekt BONSAI simuliert die Universität Siegen gemeinsam mit 16 internationalen Partnern künftige Szenarien, die durch den Klimawandel vermutlich zeitnah eintreten werden. Dadurch sollen Schutzsysteme widerstandsfähiger, der Katastrophenschutz zukunftssicher und die Ausbildung von Fachkräften gestärkt werden. Insgesamt stehen für das Projekt 10,7 Millionen Euro zur Verfügung. „Durch den Klimawandel nehmen Starkregen, Sturmfluten und der Meeresspiegelanstieg zu. Dadurch geraten Deiche, Sperrwerke und andere Hochwasserschutzanlagen stärker unter Druck – vor allem in Gegenden rund um Flussmündungen“, erklärt Dr. Evangelos Rozos, Leiter der Siegener Forschungsgruppe. „Es müssen robuste, physikalisch fundierte Methoden entwickelt werden, um zukünftige Hochwasserrisiken abzuschätzen und dieses Wissen in praktische, zuverlässige und anpassungsfähige Konzepte für den Hochwasserschutz zu überführen.“

Das System verbindet hydrodynamische Modellierung, räumliche Analysen und Optimierungsverfahren. Die Forschenden simulieren dafür Hochwasserströmungen und berechnen unter Berücksichtigung von Topografie, Geländeeigenschaften und weiteren Randbedingungen, wie sich Wasser bei einem Hochwasserereignis ausbreitet. Entwickelt wird das Online-Tool gemeinsam mit der Universität Lille. Erprobt werden soll es zunächst in Norden in Ostfriesland.

Zur BONSAI-Projektseite

Webcode

20260923_001