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Universität Kassel gründet interdisziplinäres Zentrum für Wasserforschung

Mit dem „Zentrum für Wasserforschung in Technik, Umwelt und Gesellschaft“ bündelt die Universität Kassel seit dem 30. Oktober 2026 ihre wissenschaftlichen Kompetenzen fachübergreifend aus den Ingenieur-, Agrar- und Sozialwissenschaften. Ziel ist es, Lösungen für Wassermangel, Hochwasser sowie bedrohte Ökosysteme zu entwickeln und die internationale Spitzenforschung voranzubringen.

Angesichts zunehmender Trockenperioden, klimabedingter Extremereignisse und steigender Anforderungen an die Wasserbewirtschaftung soll das Forschungszentrum die fachübergreifende Zusammenarbeit stärken. Die wissenschaftliche Arbeit gliedert sich in vier Forschungscluster.

Der erste Schwerpunkt befasst sich mit Wasser als Ressource. Die Themen reichen von der Trink- und Bewässerungswasserversorgung über die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser bis zur Rückgewinnung von Mineralstoffen für Düngemittel. Ein zweiter Forschungsbereich untersucht die Widerstandsfähigkeit von Gewässerökosystemen. Im dritten Cluster stehen Strategien zum Umgang mit Hochwasser und Trockenheit im Mittelpunkt. Der vierte Schwerpunkt widmet sich gesellschaftlichen und politischen Fragen der Wassernutzung, darunter Nutzungskonflikte in der Landwirtschaft.

„Wasserfragen lassen sich längst nicht mehr rein disziplinär lösen, sei es bei Trockenzeiten vor unserer Haustür in Nordhessen oder bei globalen Krisen“, erklärt Prof. Dr. Stephan Theobald, Sprecher des Zentrums und Leiter des Fachgebiets Wasserbau und Wasserwirtschaft.

Nächste Generation steht im Mittelpunkt

Das Zentrum wird insbesondere von den Fachbereichen Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen, Ökologische Agrarwissenschaften sowie Architektur – Stadtplanung – Landschaftsplanung getragen. Die beteiligten Fachgebiete haben nach Angaben der Universität in den vergangenen fünf Jahren mehr als 20 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben.

Neben der interdisziplinären Forschung soll die Einrichtung auch den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Geplant sind unter anderem regelmäßige Seminare und internationale „Water-PhD-Days“, die der Qualifizierung und Vernetzung von Promovierenden dienen.

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