Anzeige

Umfrage: Abwasserbetriebe sehen Glasfaserkabel im Kanal skeptisch

Eine Kurzbefragung der DWA unter 25 Abwasserbetrieben zeigt: Die meisten sehen nur geringes Potenzial, Abwasserkanäle für die Verlegung von Glasfaserkabeln mitzuverwenden.

Der Breitbandausbau in Städten schreitet voran. Anwohner klagen dabei oft über aufgerissene Straßen. Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung bereits vorhandener unterirdischer Infrastruktur als Kabeltrasse. Laut einem kommunalen Erfahrungsaustausch wird das Potenzial eher gering eingestuft.

Als wesentliches Hindernis nennen die Befragten technische Einschränkungen, betriebliche Risiken und rechtliche Unsicherheiten. Die Kurzumfrage ergab, dass der zusätzliche Sanierungsbedarf sowie die eingeschränkte Zugänglichkeit der Kanäle als Herausforderung angesehen werden. Als weitere Knackpunkte wurden hydraulische Engpässe und ein erhöhter Unterhaltungsaufwand genannt.

Glasfaser im Abwasserkanal: Wer haftet?

Beim rechtmäßigen Einzug von Glasfaserkabeln in Abwasserkanäle trägt primär der Telekommunikationsanbieter das Haftungsrisiko. Rechtliche Grundlage hierfür sind strenge Nutzungs- und Gestattungsverträge zwischen den Betreibern und den Kommunen. In der DWA-Umfrage gaben die Betreiber ebendies zu bedenken. Zudem wird die Weitergabe von Bestandsdaten an Dritte vor dem Hintergrund von KRITIS-Anforderungen und Datenschutz zunehmend kritisch gesehen. 64 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auch keine Erfahrung mit der Mitverlegung besitzen.

Das Merkblatt "DWA-M 137-1 - Einbauten Dritter in Abwasseranlagen" gibt Auskunft über den Ausbau von Hochgeschwindigkeitskommunikationsnetzen in Abwasseranlagen. In einer früheren Stellungnahme stellt die DWA hohe technische Anforderungen an die Verlegung von Kabeln in der Kanalisation, sodass Betrieb und Unterhalt der vorhandenen Infrastruktur nicht beeinträchtigt werden. Auf YouTube findet sich eine weitere Umfrage der DWA zum Zustand der Kanalisation in Deutschland.

Webcode

20261014_001

GFA News bei Google bevorzugen

Fügen Sie GFA News als bevorzugte Quelle hinzu und lassen Sie unsere Fachmeldungen in der Google-Suche stärker hervorheben.

Als bevorzugte Quelle hinzufügen