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Textiler Kaskadenfilter gegen Mikroplastik im Abwasser

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) haben einen textilbasierten Kaskadenfilter zur Entfernung von Mikroplastik aus Abwasser entwickelt. Dieser Kaskadenmikrofilter besteht aus drei Stufen dreidimensionaler textiler Sandwich-Verbundfiltermedien aus Polypropylengewebe und einem 3D-Abstandsgewirk, wobei die Stufen immer feinere Poren aufweisen. Sie sind darauf ausgelegt, Mikroplastikpartikel bis zu einer Größe von 1,5 μm herauszufiltern. Um den Filter zu reinigen und seine volle Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, wurde ein Rückspülsystem mit Druckluft integriert. Da sich der „Filterkuchen“ vom Gewebe auf das Abstandsgewirk verschiebt, sind Rückspülungen seltener erforderlich. Feldversuche in einer industriellen Wäscherei und einer kommunalen Kläranlage bestätigten nach Angaben der DITF eine Abscheideleistung der Mikrofilterkaskade von 89,7 Prozent und 98,5 Prozent.

Die Menge der pro Waschgang und pro Kilogramm Textilien freigesetzten Mikrofasern wird auf 12 bis 1400 Milligramm geschätzt. Kläranlagen können bereits einen großen Teil der Mikroplastikpartikel aus dem Abwasser entfernen, wodurch der Mikroplastikgehalt nach Aussage der DITF um bis zu 99 Prozent reduziert wird. Durch die große Menge Abwasser können Kläranlagen trotzdem noch beträchtlich zur Belastung der aquatischen Lebensräume mit Mikroplastik beitragen.

Beispiel eines Filterkuchens mit abgelagerten Mikroplastikfasern (Foto: DITF)

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