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Sustain Award 2026: Gegen den drohenden Entsorgungsnotstand in der Baubranche

Prof. Dr.-Ing. Steffen Leppla und Tobias Siekemeyer haben am 29. September 2026 den Sustain Award an der Frankfurt University of Applied (Frankfurt UAS) erhalten. Sie wurden für ihr Forschungsprojekt zur Wiederverwertung von Bauabfällen ausgezeichnet. Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert und wird von der Frankfurter Stiftung für Forschung und Bildung gemeinsam mit Procter & Gamble vergeben.

Mit rund 222 Millionen Tonnen verursachen Bauabfälle 54 Prozent des jährlichen Gesamtabfallaufkommens in Deutschland. Wie sich Bauabfälle wiederverwerten und gleichzeitig Primärrohstoffe einsparen lassen, untersucht das Forschungsprojekt „Kreislauforientierte Material- und Verfahrenskonzepte zur Wiederverwertung von mineralischen Bauabfällen“ der Frankfurt UAS.

Modellrechnungen der Forschenden zeigen, dass in mehreren Bundesländern bereits vor 2030 die verfügbaren Deponiekapazitäten für bestimmte Bauabfälle ausgeschöpft sein könnten. Das Forschungsprojekt untersucht daher den Einsatz zeitweise fließfähiger Bodenbaustoffe (ZFSB). Hierfür werden Aushub- und Bodenmaterialien mit Wasser, Tonmineralien und geringen Mengen Zement aufbereitet und für Baugrundverbesserungsmaßnahmen nutzbar gemacht. Dadurch lassen sich mineralische Bauabfälle wiederverwerten und zugleich Primärrohstoffe wie Kies oder Sand ersetzen. Im Fokus der Forschung stehen die technische Umsetzbarkeit, das mechanische Verhalten sowie die umwelttechnische Eignung der Baustoffe. Erste Laboruntersuchungen zeigen, dass insbesondere Schwermetalle durch Tonminerale zuverlässig gebunden werden können. Langfristig soll nachgewiesen werden, dass die Materialien sicher und praxistauglich in realen Bauvorhaben eingesetzt werden können.

V. l. n. r.: Astrid Schulte (Frankfurter Stiftung für Forschung und Bildung), Steffen Leppla und Tobias Siekemeyer (beide Preisträger), Gabriele Hässig (Procter & Gamble) und Kai-Oliver Schocke (Präsident Frankfurt UAS) (Foto: Frankfurt UAS)

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