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Stuttgarter Klima-Innovationsfonds: Stadt fördert fünf neue Klima-Projekte – erstmals auch aus der Stuttgart Challenge

Der Ausschuss für Klima und Umwelt der Stadt Stuttgart hat am 25. September 2026 die Förderzusage für fünf neue Projekte für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung beschlossen. Erstmals dabei: Die Stuttgart Challenge mit zwei innovativen Projekten zu klimafreundlichen Kläranlagen.

Die „Stuttgart Challenge“ ergänzt seit Frühjahr 2026 den Stuttgarter Klima-Innovationsfonds. Das neue Förderformat setzt jährlich einen anderen thematischen Schwerpunkt: Im Rahmen der Challenge können die Akteure Lösungsansätze für konkrete Herausforderungen der Stuttgarter Stadtverwaltung zum Erreichen der Klimaneutralität umsetzen.

Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa konnten sich mit Lösungsansätzen für klimafreundliche Kläranlagen bei der Stuttgart Challenge bewerben. Aus insgesamt 27 eingegangenen Anträgen wurden zwei Projekte für eine Förderung von jeweils bis zu 300 000 Euro ausgewählt. Boris Diehm, Leiter der Abteilung Klärwerke und Kanalbetrieb der Stadtentwässerung Stuttgart (SES) betont: „Mit den beiden innovativen Projekten sind wir im größten Klärwerk in Baden-Württemberg, dem Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen, ein großes Stück weiter auf dem Weg zur klimafreundlichen Kläranlage.“

In dem Projekt „OpenKA“ entwickelt die Wupperverbandsgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft (WiW) mbH gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Kognitive Systeme ein KI-gestütztes Assistenztool für Stuttgarter Kläranlagen. Das Tool berechnet in Echtzeit direkte und indirekte Emissionen der Abwasserbehandlung. Auf dieser Grundlage schlägt es optimale Betriebsstrategien vor, die Klimaschutz, Gewässerschutz und einen effizienten Betrieb miteinander verbinden. Ziel ist es, im Hauptklärwerk in Stuttgart-Mühlhausen die Treibhausgasemissionen um mindestens zehn Prozent zu senken. Die gewonnenen Erkenntnisse werden danach für die anderen Stuttgarter Kläranlagen genutzt.

Mit „MoSAiK – Modellgestützte Spurenstoffelimination mit effizientem Aktivkohleeinsatz“ entwickelt die Universität Kassel einen Ansatz, um die Spurenstoffelimination auf dem Hauptklärwerk Mühlhausen klimafreundlicher zu gestalten. Ziel ist es, weniger Pulveraktivkohle einzusetzen, ohne die Reinigungsleistung zu mindern. Im Hauptklärwerk Mühlhausen wird bereits heute eine der weltweit größten Anlagen zur Entfernung von Spurenstoffen mit Pulveraktivkohle in der vierten Reinigungsstufe betrieben. Entsprechend groß ist das Potenzial, durch einen effizienteren Betrieb CO₂-Emissionen und Kosten einzusparen. Dafür setzt das Projekt auf modellgestützte Optimierung: Verschiedene Betriebsweisen werden zuerst virtuell durchgespielt. So lassen sich Einsparpotenziale früh erkennen. Der Aktivkohlebedarf wird um mindestens 15 Prozent sinken, was sowohl Kosten als auch CO₂-Emissionen reduziert. Gleichzeitig entsteht ein übertragbares Werkzeug, das auch auf anderen Kläranlagen einsetzbar ist. Damit kann das Projekt über Stuttgart hinaus Wirkung entfalten.

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