Studie: Hoher Wasserstand bremst CO₂-Emissionen aus Mooren
Der Wasserstand entscheidet maßgeblich darüber, wie stark Moore bei steigenden Temperaturen CO₂ freisetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie unter Leitung der Universität Münster. Je tiefer der Wasserstand liegt, desto stärker steigen bei höheren Temperaturen die CO₂-Emissionen. Ein hoher Wasserstand kann diesen Effekt dagegen abschwächen.
Für die Untersuchung wertete das Forschungsteam Daten aus 114 Mooren in gemäßigten und borealen Regionen aus. Damit deckt die Studie ein breites Klimaspektrum ab: von den milden, niederschlagsreichen Bedingungen der gemäßigten Breiten bis hin zu den extremen, lang anhaltenden Wintern und kurzen Sommern der subarktischen Nadelwaldzone. Die Ergebnisse zeigen: Die CO₂-Freisetzung nimmt insbesondere ab, wenn sehr niedrige Wasserstände auf weniger als 60 bis 75 Zentimeter unter der Mooroberfläche angehoben werden. Für eine möglichst starke Verringerung der Emissionen identifiziert die Studie Wasserstände von höchstens 20 Zentimetern unter der Oberfläche.
Wiedervernässung von Mooren gewinnt an Bedeutung
Mit fortschreitender Klimaaerwärmung nimmt die Bedeutung der Wiedervernässung von Mooren zu. „Der Wasserstand gilt seit Langem als wichtiger Faktor für die CO₂-Bilanz von Mooren. Unsere Analysen zeigen jedoch, dass seine Bedeutung nicht unabhängig von der Temperatur betrachtet werden kann“, erklärt Nicolas Behrens, Erstautor der Studie und Mitarbeiter am Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster. Da die Zusammenhänge nicht linear sind und weitere Faktoren wie Vegetation und Sonneneinstrahlung eine Rolle spielen, nutzte das Forschungsteam Methoden des maschinellen Lernens.
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