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SRU gibt Stellungnahme zu zirkulärem Bauen ab

Wie zirkuläres Bauen stärker in die Praxis kommt, analysiert der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in seiner neuen Stellungnahme, die er am 31. März 2026 an Bundesumweltminister Schneider und Bundesbauministerin Hubertz übergeben hat. „Der Bau- und Gebäudebereich verantwortet in Deutschland etwa die Hälfte aller Abfälle, ein Drittel des Rohstoffkonsums und ein Drittel der Klimaemissionen. Gleichzeitig werden Rohstoffe teurer, Deponieraum knapper und Klimaschutz dringlicher – hier bietet zirkuläres Bauen eine Lösung“, erläutert Prof. Christina Dornack, Mitglied des SRU. Zirkuläres Bauen bedeutet, Gebäude möglichst zu erhalten, Bauprodukte wiederzuverwenden sowie den Um- und Rückbau bereits bei der Planung mitzudenken. Technisch ist bereits vieles machbar. Oft fehlen den Beteiligten jedoch Anreize und Informationen über verbaute Materialien, teilweise gibt es offene rechtliche Fragen.

„Die Politik sollte nun aktiv die Weichen stellen für zirkuläres Bauen“, sagt Christina Dornack. „Um in die Breite zu kommen, braucht es gezielte politische Unterstützung: verlässliche Standards, wirtschaftliche Anreize, bessere digitale Dokumentation fachliche Qualifizierung und klare rechtliche Regeln. Die öffentliche Hand sollte bei der Vergabe ihrer Bauvorhaben Vorreiter sein. Öffentliche Ausschreibungen sollten Recyclingprodukte bevorzugen müssen.“ „Zirkuläres Bauen ermöglicht neue Geschäftsmodelle und eröffnet Chancen für innovative Firmen und die lokale Wertschöpfung“, betont Prof. Claudia Kemfert. „Viele Maßnahmen rechnen sich, wenn die Kosten über den gesamten Lebenszyklus betrachtet werden. Manche Sekundärbauprodukte sind schon heute günstiger als neue Bauprodukte. Zirkuläres Bauen setzt sich nur durch, wenn sich Wiederverwendung und Recycling rechnen, dafür braucht es klare Anreize, etwa durch eine Primärbaustoffsteuer und steuerliche Vorteile für Sekundärbauprodukte.“

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