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Software für den Starkregen-Schutz ausgezeichnet

Damit sich Kommunen auf die Folgen von Starkregen vorbereiten und Bewältigungskonzepte erarbeiten können, hat Prof. Dr. Jan Boeckmann (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) zusammen mit Prof. Dr. Clemens Thielen (TU München) eine „Starkregensoftware“ entwickelt. Diese ist nach Angaben der Entwickler in der Lage, innerhalb weniger Stunden Gefahrenkarten für ganze Städte anzulegen und potenzielle Vorsorgemaßnahmen wie Rückhaltebecken, Ableitungssysteme und Versickerungsmaßnahmen dabei zu berücksichtigen. Für diese Entwicklung erhielten die Forschenden nun den Bayerischen Klimaschutzpreis.

Die Software der beiden Forscher macht es möglich, für frei gewählte Gebiete Gefahrenkarten zu erstellen. Die Nutzer zeichnen die zu analysierende Fläche auf einer Karte ein und können angeben, ob sie das Überschwemmungsrisiko für die Gebäude oder auch die Fließrichtungen sowie -geschwindigkeiten des Wassers ermitteln lassen möchten. Schon nach wenigen Stunden weist das Programm eine Karte vor, die mit einem Farbsystem das Risikopotenzial für die einzelnen Gebäude angibt.

Die Software ist nicht lokal begrenzt. Es gebe eine sehr gute Datenlage für die ganze Bundesrepublik und eine außerordentlich gute für Bayern. Hier sei mithilfe von Drohnen vermessen, wie hoch jeder Quadratmeter über Normalnull liegt. Gebäudedaten bezieht die Software von Open Street Maps. Inzwischen haben laut Boeckmann 76 Kommunen ihr Tool genutzt, 36 auf Basis der Software sogar ein ganzes Starkregenkonzept erstellt.

Prof. Dr. Jan Boeckmann
jan.boeckmann@ku.de

Webcode

20260105_006