Höhere Wasserpreise für Rechenzentren?
Bundesumweltminister Carsten Schneider fordert angesichts zunehmender Trockenperioden einen gerechteren Umgang mit der Ressource Wasser. Vor allem Betreiber von Rechenzentren sollen bei Wasserknappheit in Zukunft mehr zahlen oder in wasserschonende Technik investieren.
Ein reguläres Rechenzentrum kann bis zu 26 Millionen Liter Wasser pro Jahr verbrauchen. Die Kühlung der Server benötigt viel Wasser, wobei der tatsächliche Bedarf stark vom Standort, der Klimatisierung und der Effizienz der Anlage abhängt. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte Schneider: „Wenn Wasser knapp ist, kann es nicht sein, dass die Grundbedürfnisse der Bürger mit Großverbrauchern wie Rechenzentren konkurrieren müssen”, sagte Schneider. Er kommt zu dem Fazit: „Dann müssen Betreiber von Rechenzentren, die oft sehr hohe Gewinne machen, mehr für Wasser zahlen oder in Technik zum Wassersparen investieren.”
Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz boomen Rechenzentren – der Wasserverbrauch steigt. „Leistungsfähige Wasserspeicher, Kanalnetze und Kläranlagen sind entscheidende Zukunftsinvestitionen”, so Schneider. Die Länder täten daher gut daran, die Mittel aus dem Sondervermögen zu einem relevanten Teil in die Wasserinfrastruktur zu investieren.
Ein konkretes Praxisbeispiel für eine nahezu wasserlose Kühlung ist das Rechenzentrum der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in München. Ein IT-Dienstleister bietet hier modernste Kühltechnik. Das System besteht aus einer Kombination aus indirekter freier Kühlung und hocheffizienten Trockenkühlern (Dry Cooler).
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