Sachsen erprobt naturnahe Wasserreinigung gegen Schwermetalle aus dem Altbergbau
Sachsen will den Folgen des Altbergbaus nachhaltig begegnen und eröffnet im Erzgebirge eine Demonstrationsanlage zur Reinigung schwermetallbelasteter Grubenwässer.
Halb- und Schwermetalle wie Cadmium, Zink, Nickel, Kupfer und Arsen beeinträchtigen heute noch viele Flüsse und Bäche in Sachsen. Im Erzgebirge betrifft es etwa ein Drittel der untersuchten Gewässer. Die Quellen der Belastungen reichen oft auf den bis zu 850 Jahre alten Erz- und Steinkohlebergbau zurück. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) zu "Naturbasierten Lösungen für Gewässerbelastungen aus dem Altbergbau", soll gemeinsam mit der G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH ein Lösungsansatz gefunden werden, wie Arsen- und Schwermetallbelastungen nachhaltig und vor allem kostengünstig aus der Entwässerung des Altbergbaus zurückgehalten werden können. Die geschaffene Demonstrationsanlage befindet sich am St. Christoph Stolln in Breitenbrunn.
Die Anlage verwendet ein passives Reinigungsverfahren, bei dem Schwermetalle in einem Substrat aus Kalkstein, Holzhackschnitzeln, Kompost und Stroh zurückgehalten werden. Ergänzend kommen kleine Feuchtbiotope mit Sumpfpflanzen zum Einsatz. Sie sollen überschüssige organische Stoffe entfernen und das Wasser mit Sauerstoff anreichern. Bei der Errichtung handelt es sich um die erste in die Natur integrierte Wasserbehandlungsanlage ihrer Art in Deutschland.
Die Entwicklung des regionalen Wissenstands zur Anwendung nachhaltiger, zum Teil bereits international etablierter, Verfahren zur Minderung von bergbaulichen Gewässerbelastungen leistet einen Beitrag zur Maßnahmenplanung im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). In Sachsen sind 13 Prozent der Flüsse und Bäche mit Schwermetallen wie Cadmium, Kupfer, Nickel und Zink und mit dem Halbmetall Arsen belastet, sodass diese Gewässer den guten chemischen Zustand gemäß der WRRL verfehlen.
Webcode
20261027_002
GFA News bei Google bevorzugen
Fügen Sie GFA News als bevorzugte Quelle hinzu und lassen Sie unsere Fachmeldungen in der Google-Suche stärker hervorheben.