Saarland startet neues Projekt zum Gewässermonitoring
Die Universität des Saarlandes und das saarländische Umweltministerium haben ein neues fünfjähriges Verbundprojekt zum Gewässermonitoring gestartet. Das mit rund 2,5 Millionen Euro geförderte Projekt soll neue Erkenntnisse über den Zustand der saarländischen Gewässer liefern. Im Fokus stehen die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie die Anforderungen der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie.
Die Arbeitsgruppe »Gewässer-Monitoring« der Universität überwacht seit vielen Jahren die Gewässergüte der saarländischen Fließgewässer. Dafür kommen unter anderem mobile Messstationen zum Einsatz. Sie erfassen kontinuierlich Parameter wie Sauerstoffgehalt, Wassertemperatur, pH‑Wert, Leitfähigkeit, Nitrat, Phosphor und organischen Kohlenstoff. Mit dem neuen Projekt wird das Monitoring erweitert. Künftig sollen unter anderem Spurenstoffe stärker in die Wasseranalysen einbezogen sowie klimabedingte Stressfaktoren wie längere Niedrigwasserphasen und steigende Wassertemperaturen berücksichtigt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Anforderungen der neuen EU‑Kommunalabwasserrichtlinie. Diese verpflichtet beispielsweise Betreiber großer Kläranlagen, eine vierte Reinigungsstufe einzuführen, um Mikroschadstoffe wie Arzneimittelrückstände oder PFAS zu entfernen. An gefährdeten Bachabschnitten sollen große Messstationen eingesetzt werden, um in Echtzeit zu erfassen, wie häufig und in welchem Umfang Abwasser in die Gewässer gelangt. Gerade im Saarland sei die Gewässerbelastung hoch: „Unser Bundesland ist dicht besiedelt, zugleich prägen Landwirtschaft und Industrie viele Regionen. Gelangen Schadstoffe aus Kläranlagen oder anderen Quellen in die mehrheitlich kleinen Gewässer, so ist das insbesondere bei extremer Trockenheit wie in diesem Sommer sehr problematisch.“ Aufgrund der gestiegenen EU-Anforderungen werden die Saarbrücker Forscher neben den etablierten Messungen mittels mobiler Messstationen in Zukunft auch verstärkt spezielle automatische Probenehmer einsetzen: energieautarke kleine Boxen, die selbständig Wasserproben in Flaschen abfüllen. Diese werden anschließend im Labor auf anorganische und perspektivisch auch auf organische Mikroschadstoffe untersucht, darunter sogenannte PFAS sowie Arzneimittelrückstände.
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