Ruhrgütebericht 2025: Dürre fordert Talsperrensystem an der Ruhr
Die Folgen des Klimawandels für die Wasserwirtschaft nehmen rasant zu. Seit Monaten anhaltende Wasserabgaben aus den Talsperren, steigende Temperaturen und damit einhergehende Veränderungen der aquatischen Ökosysteme zeigen dies deutlich: „Die Frage lautet nicht mehr, ob sich die Gewässer verändern, sondern wie wir mit diesen Veränderungen umgehen“, stellt Prof. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, bei der Vorstellung der 53. Ausgabe des Ruhrgüteberichts am 30. September in Mülheim an der Ruhr fest. Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer verweist auf die Vorteile der Novelle des Ruhrverbandsgesetzes für die Wasserversorgung in Dürrezeiten. „Durch die Änderung des Ruhrverbandsgesetzes im vergangenen Jahr ist es gelungen, Engpässe bei der Wasserversorgung zu vermeiden. Dadurch konnte der Ruhrverband die rund 4,6 Millionen Menschen im Sauerland und im Ruhrgebiet deutlich sicherer mit Trinkwasser versorgen. Schon im ersten Jahr ist der Erfolg des verbesserten Talsperren-Managements beim sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser sichtbar geworden.“
Trockenste Juli seit 100 Jahren
Das Kalenderjahr 2025 schloss mit einem deutlichen Niederschlagsdefizit ab. Bereits ab Mitte März bis Ende Oktober musste der Ruhrverband nahezu durchgehend Zusatzwassermengen aus dem Talsperrenverbundsystem abgeben, um die Mindestwasserführung in der Ruhr aufrechtzuerhalten. Dieser Negativtrend setzt sich 2026 fort: Mit Ausnahme der Monate Februar und Mai verzeichneten alle Monate bis Ende August teils erhebliche Niederschlagsdefizite. So war der Juli mit nur 23 Millimetern Niederschlag der trockenste Juli seit 100 Jahren. Die Talsperren leisteten Schwerarbeit und gaben zeitweise 13-mal mehr Wasser ab, als ihnen zufloss.
Gewässer im Verbandsgebiet schützen
Auch wenn die Ergebnisse des Monitorings deutlich machen, dass bereits die provisorischen 4. Reinigungsstufen sehr gute Wirkungen zeigen, ist das nur ein möglicher Weg, die Gewässer im Verbandsgebiet besser zu schützen. „Ein viel besserer Wege wäre die Vermeidung von Spurenstoffen an der Quelle“, so Christoph Donner. Die europäische Kommission hat aus diesem Grund in der neuen Kommunalen Abwasserrichtlinie (KARL) verankert, dass die Hersteller an den Kosten der 4. Reinigungsstufe beteiligt werden sollen.
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