Ruhrgebiet: 36 Prozent weniger Niederschlag im Sommer 2026
Ruhrverband zieht Bilanz zu Hitze und Trockenheit
Der Rekordsommer 2026 liegt noch nicht lange hinter uns. Seine Spuren sind in der Wasserwirtschaft weiterhin deutlich spürbar. Die Okertalsperre im Oberharz sank im Zuge der Dürrephasen auf rund 32 Prozent ihres Volumens, was einen historischen Tiefstand für die Sommermonate bedeutet. Nun hat auch der Ruhrverband eine Bilanz gezogen.
Der Sommer 2026 war im Einzugsgebiet der Ruhr deutlich zu warm. So war bereits der Juni 3,1 Grad wärmer als im langjährigen Mittel und mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,4 °C der zweitwärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881. Auch die Niederschlagsverhältnisse wichen deutlich von einem durchschnittlichen Sommer ab. Während der Juni und August leicht zu trocken waren, fiel das Defizit im Juli mit nur 23 Millimetern Niederschlag extrem hoch aus: minus 76 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel. Es war damit der trockenste Juli seit 100 Jahren. Insgesamt regnete es im Sommer 2026 nur 177 Millimeter und damit 100 Millimeter bzw. 36 Prozent weniger als im langjährigen Mittel.
Trockenheit forderte das Talsperrensystem
Die anhaltende Trockenheit erwies sich als Herausforderung für das Talsperrensystem. Aufgrund der seit Dezember 2024 geltenden niedrigen Grenzwerte für die Mindestabflüsse konnte der Verband insbesondere im Juli und August Wasser zurückhalten. Bis zu 259 200 Kubikmeter pro Tag blieben dadurch zusätzlich in den Sauerland-Talsperren. Seit Juli summierte sich die Einsparung auf knapp 16 Millionen Kubikmeter, etwa die Hälfte des Fassungsvermögens der Versetalsperre im Märkischen Kreis. Trotz dieser Einsparung leisteten die Talsperren im Sommer 2026 Schwerarbeit und gaben zeitweise 13-mal mehr Wasser ab, als ihnen zufloss.
Mit einem Gesamtstauinhalt von mehr als 350 Millionen Kubikmetern Wasser ist das Talsperrensystem dennoch gut aufgestellt, um sowohl weitere Trockenphasen zu bewältigen als auch zum Hochwasserschutz beizutragen.
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