Regenwasser soll Städte im Ruhrgebiet klimaresilienter machen
Regenwasser speichern, versickern und für Trockenperioden verfügbar machen, statt es schnell über die Kanalisation abzuleiten: Auf diesen Ansatz setzt die Zukunftsinitiative Klima.Werk beim Umbau der Städte in der Emscher-Lippe-Region. Beim 11. Klima.Werk-Forum in Dorsten diskutierten mehr als 300 Fachleute über Lösungen für eine wasserbewusste Stadtentwicklung und den Umgang mit Hitze, Trockenheit und Starkregen.
Zu viel Regen auf einmal und in kürzester Zeit oder lange Zeit gar kein Regen und Hitzestress: Mit diesen extremen Wetterphänomenen in Folge des Klimawandels sehen sich Städte und Menschen hier in der Region und deutschlandweit konfrontiert. Niederschläge sind Teil des Problems, aber auch Teil der Lösung. „Ein anderer Umgang mit Regenwasser ist der Schlüssel für eine klimaangepasste Stadt", sagte Holger Lohse, Technischer Beigeordneter der Stadt Dorsten. „In der Vergangenheit und vielfach auch heute noch lautete die Maxime: Regenwasser ist ein störendes Element, das muss weggeschafft werden über die Kanalisation. Heute wollen wir es in Fläche und vor Ort halten." Wenn Regenwasser versickern kann, gespeichert und genutzt wird, dann hat das eine positive Auswirkung auf die Stadtgestaltung: mehr Grün, mehr Frischluft, mehr Kühlung, eine bessere Vorsorge für Überflutungen.
500 Projekte für Schwammstadt-Elemente in der Region
In den beteiligten Kommunen wurden nach Angaben der Initiative bereits mehr als 500 Projekte umgesetzt. „Für eine spürbare Wirkung ist die Summe der Schwammstadt-Elemente in der Region entscheidend", so Andreas Giga, Leiter der Serviceorganisation des Klima.Werk bei Emschergenossenschaft/Lippeverband. Zu den Maßnahmen gehören die Entsiegelung von Flächen, die Abkopplung befestigter Flächen von der Kanalisation, Versickerungsmulden und unterirdische Speicher sowie Dach- und Fassadenbegrünungen. Regenwasser soll dadurch möglichst dort verbleiben, wo es fällt.
In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Bis 2030 sollen im Rahmen des Projekts „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ rund 250 Millionen Euro in den klimarobusten Umbau investiert werden. In ausgewiesenen Gebieten sollen 25 Prozent der befestigten Flächen von der Kanalisation abgekoppelt und die Verdunstungsrate um zehn Prozentpunkte erhöht werden.
Webcode
20260917_002