Recyclingdünger aus Sanitärsystemen kann mit Mineraldüngern mithalten
Internationale Daten zusammengeführt
Recyclingdünger aus ressourcenorientierten Sanitärsystemen stehen in ihrer Düngewirkung herkömmlichen mineralischen Düngemitteln in nichts nach. Dabei handelt es sich um Düngemittel, die gezielt aus getrennt gesammelten menschlichen Ausscheidungen sowie Betriebswasser hergestellt werden. Anstatt diese ungenutzt über die Kanalisation wegzuspülen, tragen sie zur sogenannten Sanitär- und Nährstoffwende bei. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie unter Beteiligung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE).
Für die Studie wertete das Forschungsteam mehr als 450 Datensätze aus über 200 Quellen und 32 Ländern aus. Insgesamt konnten 13 Typen von Recyclingdüngern näher charakterisiert werden. Die wohl wichtigste Erkenntnis: Bei der Verwendung der untersuchten Recyclingdünger konnte gegenüber mineralischen Düngern kein systematischer Ertragsnachteil festgestellt werden. Die Schwermetallkonzentrationen waren überwiegend niedrig. Für organische Schadstoffe wie Arzneimittelrückstände und PFAS bestehen hingegen Datenlücken. Die Forschenden sprechen sich dafür aus, geeignete Recyclingdünger unter klaren Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen in die landwirtschaftliche Praxis zu integrieren. „Unsere Ergebnisse liefern eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Anwendung, denn sie zeigen: Recyclingdünger aus getrennt erfassten Stoffströmen sind keine Dünger zweiter Klasse“, sagt Martina Winker vom ISOE, Co-Autorin der Studie. „Entscheidend ist, welche Eigenschaften ein Dünger für die jeweilige landwirtschaftliche Anwendung mitbringt, und nicht, ob er aus einem konventionellen oder einem recycelten Stoffstrom stammt.“
Die Studie „Recycling fertilizers from resource-oriented sanitation systems: product-level characterization and meta-analysis of agronomic performance“ ist unter Erstautorenschaft von Corinna Schröder gemeinsam mit Franziska Häfner, Ariane Krause, Moritz Hallama und Martina Winker in Frontiers in Environmental Science erschienen.
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