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Pumpspeicherwerk Niederwartha bleibt technisch stillgelegt

Das Pumpspeicherwerk (PSW) Niederwartha in Sachsen hat keine Zukunft in Dresdens Energieinfrastruktur. Das hat nach Mitteilung des kommunalen Energieversorgers SachsenEnergie eine Expertenanhörung zur künftigen Nutzung des PSW Anfang März 2026 nochmals deutlich gemacht. Laut der Expertem wäre eine Wiederaufnahme des Betriebs als Stromspeicher wirtschaftlich unverantwortlich und in einem hohen Maß ineffizient.

In den vergangenen Jahren hatte die SachsenEnergie alle in Frage kommenden Optionen für die betriebliche Nachnutzung des Speichers von Vattenfall bereits intensiv geprüft. Dazu gehörten eine mögliche Sanierung der Anlagentechnik und der Bauwerke sowie die Prüfung der beiden Optionen Instandsetzung oder Neubau. Unter Beachtung des Denkmalschutzes müssten über 245 Millionen Euro aufgebracht werden für einen vergleichsweise ineffizienten Speicher mit geringem Wirkungsgrad. Ebenso bestätigten die Fachexperten aus Wissenschaft und Wirtschaft, dass moderne Batteriespeicher technisch grundsätzlich für die Speicherung des Stroms aus erneuerbaren Quellen besser geeignet sind.

Besonders nachteilig ist die die topografische Lage des über 90-jährigen Standorts: die Fallhöhe des Wassers beträgt nur 140 Meter, und gleichzeitig sind die Triebwasserleitungen mit 1,8 Kilometern sehr lang. Dieses ungünstige Verhältnis von geringer Fallhöhe und langer Triebwasserleitung vermindert den Wirkungsgrad der Anlage massiv, auch bei Einsatzmodernster Maschinentechnik. Während der Wirkungsgrad eines modernen Batteriespeichers bei 90 Prozent liegt, erreicht das PSW Niederwartha nur 70 Prozent. Dementgegen steht der hohe finanzielle Aufwand: Die Ertüchtigung oder der Neubau des PSW Niederwartha würde das Doppelte von dem kosten, was für den Bau eines neues Batteriespeichers mit modernen Technologien nötig wäre.

Gegen den Weiterbetrieb des PSW spricht auch die Hochwassergefahr im Überschwemmungsgebiet, die einen sicheren Netzbetrieb unmöglich macht. 2002 wurden die Anlage und das nahegelegene Umspannwerk beim Elbehochwasser stark beschädigt. Auch deshalb wurde diese Anbindung an das Höchstspannungsnetz inzwischen zurückgebaut.

Das PSW Niederwartha ist in Besitz des schwedischen Energieversorgers Vattenfall und wurde 1929 in Betrieb genommen. Im Frühjahr 2024 hat Vattenfall das PSW Niederwartha offiziell stillgelegt. Der schwedische Energieversorger ist weiterhin der Eigentümer.

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