Parsteiner See in Brandenburg verliert massiv Wasser
Der Wasserrückgang am Parsteiner See in Brandenburg macht die Folgen sinkender Grundwasserstände sichtbar. Innerhalb von rund zehn Jahren ist der Grundwasserspiegel dort um mehr als einen Meter gefallen. Der See im Landkreis Barnim speist sich überwiegend aus der obersten Grundwasserschicht. Nach Einschätzungen von Gunnar Lischeid vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) handelt es sich nicht lediglich um die Folge einzelner trockener Jahre. Die Entwicklung sei Teil eines längerfristigen Trends, der sich bereits seit den 1980er-Jahren parallel zu steigenden Temperaturen und zunehmender Verdunstung beobachten lasse. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) zitiert Christian Ellner, Landeschef des Naturschutzbunds (NABU). Laut ihm wird am Parsteiner See sichtbar, "welche dramatische Entwicklung unser Grundwasser aktuell nimmt". Nach Einschätzung Lischeids hat der Klimawandel den größten Anteil an den sinkenden Wasserständen in Brandenburg. „Der globale Klimawandel spielt vor allem durch den Anstieg der Verdunstung und die dadurch bedingte Abnahme der Grundwasserneubildung bei weitem die größte Rolle”, sagt der Wissenschaftler.
Das Problem reicht weit über den Parsteiner See hinaus. Eine vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beauftragte Studie aus 2025 zum Grundwasserstress zeigt für Deutschland eine starke regionale Belastung. Für Brandenburg wird in der aktuellen Berichterstattung für 15 von 18 Landkreisen und kreisfreien Städten Grundwasserstress ausgewiesen.
NABU Brandenburg fordert, Wasser stärker in der Landschaft zurückzuhalten. Entwässernde Strukturen sollten teilweise zurückgebaut und Stauanlagen wieder ertüchtigt werden. Auch die geplante Novelle des brandenburgischen Wassergesetzes könnte für die Bewirtschaftung der Ressource eine Rolle spielen. (mit dpa)
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