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Niederländische Wasserversorger: Genehmigungsverfahren müssen den Rhein als Trinkwasserquelle besser schützen

Die Wasserqualität des Rheins erfordert weiterhin große Aufmerksamkeit und zusätzliche Anstrengungen, um die Belastung durch Schadstoffe zu verringern. Dies geht aus dem am 31. August 2026 veröffentlichten Jahresbericht 2025 von RIWA-Rijn, dem Verband der niederländischen Rheinwasserwerke, hervor. Genehmigungsverfahren für industrielle Einleitungen bilden dabei die erste und wichtigste Verteidigungslinie. Gerade hier sieht RIWA-Rijn Defizite.

Für fünf Millionen Menschen in den Niederlanden ist der Rhein eine wichtige Trinkwasserquelle. Im Jahr 2025 überschritten 86 gemessene Parameter ein- oder mehrmals die Zielwerte des European River Memorandum. Der berechnete Aufbereitungsaufgabe-Index und die Fortschritte beim 30-Prozent-Reduktionsziel zeigen, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um die Belastung des Rheins dauerhaft zu verringern.

RIWA-Rijn verfolgt die Genehmigungsverfahren für neue industrielle Vorhaben im deutschen Teil des Rheineinzugsgebiets zunehmend kritisch. Nach Auffassung von RIWA-Rijn zeigt die Praxis, dass der Schutz der Trinkwasserquelle an mehreren Stellen unzureichend gewährleistet ist. RIWA-Rijn stellt fest, dass eine neue industrielle Tätigkeit genehmigt werden kann, obwohl noch nicht vollständig geklärt ist, welche Stoffe letztlich über das Abwasser in den Fluss gelangen, welche Auswirkungen sie haben und welche Grenzwerte dafür gelten sollten.

Nach Auffassung von RIWA-Rijn dürfen diese einzelnen Schritte im Genehmigungsverfahren nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Die industrielle Tätigkeit, die Abwasserbehandlung und die abschließende Einleitung bilden eine zusammenhängende Kette und sollten daher auch in ihrem Zusammenhang geprüft und zugelassen werden.

RIWA-Rijn plädiert für Genehmigungsverfahren, in denen die Auswirkungen auf die Wasserqualität und die Trinkwasserversorgung von Anfang an umfassend berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass industrielle Tätigkeit, Abwasserbehandlung und abschließende Einleitung gemeinsam hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Fluss beurteilt werden.

Darüber hinaus müssen Genehmigungsanträge und relevante Umweltdaten im Rheineinzugsgebiet rechtzeitig, zentral und digital zugänglich sein, damit sich Betroffene und andere Beteiligte ein fundiertes Urteil bilden und bei Bedarf eine gut informierte Stellungnahme abgeben können.

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