Mannheim: MVV nimmt Phosphorrecycling-Anlage offiziell in Betrieb
Das Energieunternehmen MVV Energie AG hat auf der Friesenheimer Insel im Mannheimer Norden offiziell seine Phosphorrecycling-Anlage in Betrieb genommen. Die Anlage ist direkt in die bestehende Thermische Abfallbehandlungsanlage (TAB) der Konzerntochter MVV Umwelt GmbH integriert. Die Anlage soll bis zu 135 000 Tonnen Klärschlamm jährlich verarbeiten bei einer genehmigten Kapazität bis zu 180 000 Tonnen pro Jahr. Bis zu 90 Prozent des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors werden zurückgewonnen. Das Land und die Europäische Union fördern die Anlage von MVV mit rund 6,4 Millionen Euro.
Die neue Anlage nutzt bis zu 1000 °C heißes Rauchgas aus den Abfallkesseln der TAB, um Drehrohröfen zu erhitzen. In einem geschlossenen Prozess werden die entstehenden Verbrennungsgase zurückgeführt, Schadstoffe abgeschieden und der Phosphor im Klärschlamm zurückgewonnen. Dr. Hansjörg Roll, Technikvorstand der MVV, erläuterte: „Unsere Anlage … ist die erste kommerzielle ihrer Art in Deutschland, die Phosphor direkt aus Klärschlamm zurückgewinnt. Dabei erzeugen wir gleichzeitig regenerative Energie für Strom und Fernwärme – ganz ohne aufwendige nachgelagerte Verfahren.“
Zum Verfahren der Phosphorrückgewinnung teilte MVV im Dezember 2022 lediglich mit „Innerhalb dieses Prozesses wird durch Anwendung eines patentierten Verfahrens der gesamte, im Klärschlamm enthaltene Phosphor in der entstehenden Asche bioverfügbar und kann so direkt von Pflanzen aufgenommen werden.“
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