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Lithium aus regionalem Tiefenwasser flexibel erschließen

Forschende des Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG arbeiten gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft daran, Lithium aus Tiefenwässern des Norddeutschen Becken nutzbar zu machen. Ziel ist es, Verfahren zu entwickeln, die sowohl zuverlässig funktionieren als auch flexibel auf die Eigenschaften der lokalen Sole anzupassen sind. Eine mobile, adaptive Pilotanlage testen sie nun im Verbundprojekt RoLiXX, das mit rund 2,8 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Koordiniert wird das Projekt von der Neptune Energy Innovations GmbH in Hannover.

Das Projekt RoLiXX hat zwei Schwerpunkte. Im geologischen Teil geht es um die Fragen, mit welchen mineralogischen Phasen im Untergrund das Lithium assoziiert ist, unter welchen Bedingungen eine Freisetzung erfolgt und welche Rolle hydrothermale Prozesse, Fluid-Gesteins-Wechselwirkungen und Gesteinsumformungen (Diagenese) dabei spielen. Im Mittelpunkt stehen die geologischen Strukturen des Rotliegend, einer rund 300 Millionen Jahre alte Gesteinsabfolge aus Sandsteinen und Vulkaniten in rund drei bis fünf Kilometern Tiefe. Im Norddeutschen Becken, jenseits der deutschen Mittelgebirge, gilt diese Schicht als besonders vielversprechend für lithiumhaltige Tiefenwässer.

Der technische Teil des Projektes adressiert die Lithiumextraktion aus salzreichen Thermalwässern wie sie etwa auch in Geothermieanlagen zur Wärmeversorgung genutzt werden. Für die Energiewirtschaft entsteht so eine neue Option: Wärme aus der Tiefe und wertvolle Rohstoffe aus heimischen Quellen. Zu den technischen Herausforderungen zählen Korrosion metallischer Werkstoffe sowie die Ausfällung störender Mineralien bei Druck- oder Temperaturänderungen, die den Betrieb von Extraktionsanlagen beeinträchtigen können. Ziel ist es, eine wirtschaftliche feststofffreie Lithiumextraktion ohne störende Ausfällungen zu realisieren.

Im Projekt RoLiXX soll eine anpassbare Pilotanlage Lithium aus salzhaltigem Tiefenwasser gewinnen. Der Prototyp ist flexibel, um die Prozessparameter und Inhibitoren auf das Tiefenwasser an verschiedenen Einsatzorten maßgeschneidert anzupassen. (Foto: Fraunhofer IEG/Tilman Cremer)

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