Lippeverband startet Renaturierung des Westerbachs
2,2 Millionen Euro für die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers
Vom Abwasser befreit hat der Lippeverband den Westerbach bereits vor neun Jahren – nun beginnt die naturnahe Umgestaltung des technisch stark überformten Gewässers. Der einst offene Schmutzwasserlauf wird in den kommenden zwei Jahren aus seinem Betonkorsett herausgeholt und teilweise in sein ursprüngliches Bachbett gelegt.
Fische aus der Lippe sollen bald wieder stromaufwärts bis in den Westerbach in Oer-Erkenschwick schwimmen können. Aus der einst grauen Rinne wird wieder ein blauer Fluss mit grünen Ufern. In die Revitalisierung des Westerbachs investiert der öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsverband knapp 2,2 Millionen Euro. „Die ökologische Verbesserung des Westerbachs bedeutet nicht nur einen Mehrwert für Flora und Fauna – mit der Renaturierung gestalten wir das Gewässer deutlich klimaresilienter. Insbesondere vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und der befürchteten Zunahme an Hitzephasen und Dürreperioden wird die neue Natur am Westerbach für eine Beschattung des Gewässers sorgen und den Bach damit besser vor Verdunstung und Austrocknung schützen“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes und DWA-Präsident.
EU-Reisefreiheit für Fische
Aktuell verläuft der Westerbach teilweise in einer höheren Lage als der Steinrapener Bach, in den er mündet. Der Höhenunterschied wird zurzeit durch ein Absturzbauwerk aus Beton egalisiert, was jedoch eine Durchgängigkeit für Flusslebewesen verhindert. Für Fische bedeutet dies eine Einbahnstraße, weil sie das knapp zwei Meter hohe Absturzbauwerk nicht entgegen der Fließrichtung überwinden können. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, nach der auch der Westerbach umgestaltet wird, schreibt jedoch die ökologische Durchgängigkeit für Fische vor. Diese öfters auch als „EU-Reisefreiheit für Fische“ bezeichnete Durchgängigkeit schafft der Lippeverband, indem der Westerbach künftig ab unterhalb der Einmündung des städtischen Sauerkampgrabens verlegt wird und eine neue Gewässertrasse erhält.
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