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Klimawandel erfordert neue Ansätze bei der Renaturierung

Der Klimawandel verändert weltweit, welche Tiere und Pflanzen gemeinsam in Ökosystemen leben: Manche Artengemeinschaften lösen sich auf, andere bilden sich neu. Eine Studie der Technischen Universität München (TUM) zeigt, dass diese Entwicklung auch Folgen für Naturschutz und Renaturierung hat. Die Forschenden plädieren dafür, bisherige Ziele zu überdenken und den Umgang mit der sich wandelnden Natur bewusst zu gestalten.

Viele Renaturierungsmaßnahmen zielen darauf ab, historische ökologische Zustände wiederherzustellen. Unter veränderten klimatischen Bedingungen könnte dies zunehmend schwieriger werden. Steigende Temperaturen und veränderte Lebensräume führen dazu, dass sich neue Artengemeinschaften bilden. Heimische Arten verlieren hingegen ihre geeigneten Lebensbedingungen. Laut den Forschenden spielt die Geschwindigkeit eine enorme Rolle. Entwicklungen, die früher mehrere Jahrhunderte oder Jahrtausende dauerten, werden heutzutage binnen weniger Jahrzehnte beobachtet. „Selbst wenn sich die Temperaturen in naher Zukunft stabilisieren würden, würde die Natur noch lange Zeit auf die bereits eingetretenen Änderungen reagieren“, sagt Prof. Tina Heger. Sie ist Expertin für Theoretische Ökologie und Invasionsbiologie an der TUM. Gemeinsam mit anderen Forschenden hat sie in „Nature Climate Change“ eine Review-Studie über die Effekte des Klimawandels auf Artengemeinschaften veröffentlicht. Das wirke sich auch darauf aus, wie wir Renaturierung und Naturschutz denken und praktizieren, sagt Heger: „Wir müssen unsere Naturschutzziele neu definieren. Wenn wir an historischen Zuständen festhalten, verpassen wir eine Chance, uns an den Klimawandel anzupassen und damit zur Biodiversität beizutragen.“

„Die Leitfrage sollte nicht mehr sein, wie ich einen Zustand aufrechterhalten kann, sondern wie ich unter sich verändernden Bedingungen einen Zustand fördern kann, der auch in 20, 50 oder 100 Jahren ein funktionierendes Ökosystem ermöglicht“, sagt Tina Heger. Solche Ansätze existieren bereits und sollten die Norm werden, werden laut Heger jedoch bislang noch zu selten angewandt.

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