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Klärwerk Steinhäule: Pilotanlage entnimmt Ammoniak aus Abwasser

Forschende des Instituts für Chemieingenieurwesen der Universität Ulm haben in Kooperation mit dem Zweckverband Klärwerk Steinhäule ein Verfahren zur Entfernung von Ammonium entwickelt und zusammen mit Spezialisten im Bereich thermische Trenntechnik des Unternehmens Iludest GmbH eine entsprechende Pilotanlage entworfen. Der im Prozesswasser enthaltene Stickstoff soll künftig recycelt werden. Seit Mai 2026 wird die Pilotanlage in Neu-Ulm im Klärwerk Steinhäule getestet. Betrieben wird sie vom Zweckverband.

Das Anlagenkonzept basiert auf der Dampfstrippung, einem Verfahren der thermischen Trenntechnik, bei dem Wasserdampf eine leicht flüchtige Komponente aus einer Flüssigkeit aufnimmt. Dazu wird in einer Kolonne Zentratwasser, das bei der Klärschlammentwässerung entsteht und das stark mit Ammonium belastet ist, im Gegenstrom zum aufsteigenden Dampf geführt. Das Zentrat aus dem Faulschlamm wird durch den aufsteigenden Dampf zum Sieden erhitzt. Dabei tritt das Ammoniak in die Gasphase über und wird vom Dampf nach oben aus der Anlage heraustransportiert. Am unteren Ende der Kolonne tritt das gereinigte Zentrat aus, das nur noch geringe Mengen an Ammonium enthält. Der oben austretende Dampf inklusive des darin enthaltenen Ammoniaks wird kondensiert. Ein Teil des Kondensats wird zurück in die Kolonne geführt, um den Ammoniumgehalt im Kondensat aufzukonzentrieren. Der übrige Teil des Kondensats kann, wenn nötig, in einem zusätzlichen Schritt weiter aufkonzentriert werden – so wird am Ende konzentriertes Ammoniakwasser erzeugt.

Prof. Dr.-Ing. Thomas Grützner, Institut für Chemieingenieurwesen, thomas.gruetzner@uni-ulm.de

Die Testanlage im Neu-Ulmer Klärwerk Steinhäule entfernt Ammoniak aus Klärschlamm. Dafür wird Wasserdampf in den Sumpf einer Stripping-Kolonne geleitet. (Foto: Christine Liebhardt/Universität Ulm)

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