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Klärwerk Bülk soll jährlich bis zu 625 Tonnen CO₂ binden

Bis zu 625 Tonnen CO₂ pro Jahr sollen aus dem Abgas des klärwerkseigenen Blockheizkraftwerks abgeschieden, in gelöstes Hydrogencarbonat umgewandelt und über den Ablauf des Klärwerks in die Ostsee eingeleitet werden. Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel begleitet das Vorhaben wissenschaftlich.  

Im Klärwerk entsteht bei der Behandlung des Klärschlamms Biogas, das in einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt wird. Bei dessen Verbrennung entsteht CO₂. Genau dort setzt das gemeinsam von der Stadt Kiel und dem Hamburger Unternehmen Planeteers erprobte Verfahren an: Das Kohlendioxid wird aufgefangen und reagiert mit Wasser und Kalkstein zu gelöstem Hydrogencarbonat. Damit wird ein natürlicher Verwitterungsprozess technisch beschleunigt.  

Das Hydrogencarbonat soll anschließend mit dem gereinigten Abwasser in die Ostsee gelangen und den Kohlenstoff dort langfristig binden. Nach Angaben der Stadt Kiel soll die Alkalinität des eingeleiteten Wassers durch das Verfahren um höchstens neun Prozent steigen. Die tatsächliche Netto-Speichermenge wird aufgrund des Energie- und Materialaufwands etwas unter der maximalen Abscheidekapazität von 625 Tonnen CO₂ pro Jahr liegen. Geomar untersucht unabhängig die Auswirkungen auf das marine Ökosystem. Das Klärwerk Bülk behandelt das Abwasser Kiels und von derzeit 20 Umlandgemeinden. Rund 364 000 Einwohnerwerte sind angeschlossen; täglich werden etwa 52.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt.

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