Innovatives System misst den Zustand des Ökosystems von Seen
Ein neues, federführend von der TU Graz entwickeltes Monitoringsystem misst Bootswellen mittels Satellitennavigationsdaten und Sensorik auf Bojen millimetergenau und erlaubt erstmals Untersuchungen, wie sehr Bootsverkehr, Wetter und andere Faktoren das Ökosystem von Seen beeinflussen. Das Monitoringsystem wurde für den Wörthersee entwickelt und auch dort getestet.
Ergebnisse des Projekts WAMOS (Wave Monitoring System based on GNSS/INS Integration) zeigen, dass von Booten verursachte Wellen eine signifikante Auswirkung auf die ökologische Funktionsfähigkeit des Sees haben. „Wir konnten erstmals wissenschaftlich belegen, wie stark Motorbootswellen zur Aufwirbelung von Sedimenten und damit zur Trübung des Wassers beitragen und insbesondere den Unterwasserpflanzen zusetzen“, sagt Philipp Berglez vom Institut für Geodäsie der TU Graz. Zur Bestimmung der Wellenhöhen stattete das Team der TU Graz Bojen mit Sensorik zur präzisen Positions- und Bewegungsbestimmung mittels Satellitenortung (GNSS) und Beschleunigungssensorik (INS) aus. Die so aufgezeichneten Sensordaten der Bojen werden zur Berechnung der Wellenhöhe verwendet.
Parallel zu den Wellenmessungen hat das Wiener Limnologie-Unternehmen systema umfangreiche gewässerökologische Untersuchungen durchgeführt, darunter Trübungsmessungen und ein Makrophyten-Monitoring über zwei Vegetationsperioden.
Die Untersuchungen ergaben erste Aussagen über die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen: Schilfschutzzäune sind wirksam, indem sie vor allem starken Wellengang vom Ufergürtel fernhalten, wodurch sich Pflanzen neu ansiedeln und ausbreiten können. Bootswellen sind aufgrund ihrer hohen Wellenenergie selbst durch Schilfschutzzäune noch abgeschwächt nachweisbar. „Den besten Schutz aber bieten eindeutig natürliche, unverbaute Buchten“, betont Philipp Berglez.
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