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Grundwasser am Oberrhein: 59 Prozent der Messstellen überschreiten Grenzwerte für Trinkwasser

Das grenzüberschreitende Projekt ERMES-ii-Rhein hat die umfassendste Bestandsaufnahme, die bisher für die bedeutendste Grundwasserreserve Westeuropas durchgeführt wurde, veröffentlicht. An 1497 Messstellen und bei 181 untersuchten Substanzen sind die Ergebnisse eindeutig: 96 % der Messstellen weisen mindestens einen Spurenstoff auf, 59 % überschreiten mindestens einen gesundheitlichen Qualitätswert, der für Trinkwasser gilt. Pflanzenschutzmittel, PFAS, Arzneimittelrückstände – die Kontamination durch synthetische Spurenstoffe ist flächendeckend, vielgestaltig und persistent. Sie überlagert sich mit anderen Schadstoffbelastungen wie Nitrat. Die Ergebnisse beziehen sich auf Rohgrundwasser vor der Aufbereitung.

Pflanzenschutzmittel wurden an 90 % der Messstellen nachgewiesen. Pestizide und ihre Metaboliten stellen die unmittelbarste Bedrohung für die Grundwasserqualität dar. PFAS wurden an 69 % der Messstellen nachgewiesen. Sie lagen überwiegend in niedrigen Konzentrationen vor, jedoch mit klar identifizierten Belastungsschwerpunkten. Trifluoressigsäure (TFA) ist eine sehr stabile, kurzkettige Verbindung aus der Gruppe der PFAS. Sie wurde an 96 % der Messstellen nachgewiesen und macht allein 96 % der Gesamt-PFAS-Konzentration aus, ist aber derzeit in der Europäischen Union durch keine harmonisierte Norm für ihr Vorkommen im Trinkwasser geregelt.

Erstmals wurde grenzüberschreitend mit einer abgestimmten Methode dokumentiert, so eine Mitteilung des Projekts, dass Einträge aus kommunalen Kläranlagen einen Kontaminationspfad für das Grundwasser darstellen. Nachweisbar seien Arzneimittelrückstände, Lebensmittelzusatzstoffe, Tenside, PFAS sowie bestimmte Pestizide.

Erstmals im Rahmen einer transnationalen Bestandsaufnahme eingesetzt, ermöglichte die ungezielte Analyse (Non-Target Screening, NTS) den Nachweis von Substanzen, die nicht auf den Parameterlisten der gezielten Analysemethoden stehen. Zwischen 61 und 194 Moleküle wurden an den Pilotstandorten identifiziert.

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20260513_002