Für weniger Schadstoffe im Wasser: Initiative für biozidarme Baumaterialien gestartet
Umweltschädliche Spurenstoffe können durch Regen aus Fassaden- und Dachmaterialien ausgewaschen und in Gewässer sowie ins Grundwasser eingetragen werden. Eine neue Initiative will für das Problem sensibilisieren, über Möglichkeiten zur Vermeidung solcher Schadstoffeinträge informieren und damit die Schadstoffeinträge in die Umwelt reduzieren. Wichtige Akteure aus der Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ haben nun eine Erklärung unterzeichnet, in der sie sich zur Umsetzung konkreter Maßnahmen bekennen.
Mögliche Ansätze zur Verringerung von Schadstoffeinträgen aus Baumaterialien sind zum Beispiel der Einsatz von mineralischen Putzen und Farben bzw. Produkten ohne chemischen Filmschutz anstelle von biozidhaltigen Anstrichen. Schadstoffhaltige Dachdichtungsbahnen können durch solche ohne chemische Schutzschichten ersetzt werden, die keine umweltgefährdenden Stoffe freisetzen.
Auch die Konstruktionsweise kann eine Rolle spielen: So können beispielsweise größere Dachvorsprünge oder begrünte Fassaden dafür sorgen, dass Materialien weniger stark der Witterung ausgesetzt sind und damit weniger Emissionen verursachen. Die sogenannte Verkapselung, bei der aktive Wirkstoffe in eine schützende Hülle eingebettet werden, kann ebenfalls die Auswaschung von Spurenstoffen verringern. Der Einsatz gut abbaubarer Wirkstoffe wiederum kann die ökologischen Auswirkungen von Bioziden reduzieren.
Zwölf Verbände, darunter die DWA, und Stiftungen haben sich unter der Koordination des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI zusammengefunden und veröffentlichen ihre Erklärung am 22. Oktober anlässlich der Zukunftsplattform 26, der Dialogveranstaltung des Spurenstoffzentrums des Bundes.
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