Forschungsprojekt zu Antibiotika-resistenten Erregern in der Umwelt gestartet
Wie beeinflusst die organische Düngung von Grünland die Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen entlang der Nahrungskette? Das untersucht das von der Universität Ulm geleitete Konsortium TrophicHealth. Insbesondere über Schweinegülle aus der intensiven Tiermast können Antibiotikarückstände und fremde Mikroben in das Ökosystem gelangen, die das natürliche Mikrobiom im Boden stören. Ziel des mit 3,4 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Projekt ist es, herauszufinden, wie sich unterschiedliche Düngeregime auf die Belastung von Böden und Gewässern auswirken. Dazu werden minimal gedüngte Grünlandflächen mit Flächen verglichen, auf denen Schweinegülle aus intensiver, konventioneller Landwirtschaft ausgebracht wird, sowie mit Flächen, die mit Biogas-Vergärresten oder mit Gülle aus extensiver, ökologischer Landwirtschaft gedüngt werden. Die Testflächen liegen im Raum Münster, rund um Biberach und auf der Schwäbischen Alb. Landwirte aus diesen Regionen haben sich bereiterklärt, entsprechende Grünlandflächen zur Verfügung zu stellen. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der mikrobiellen Belastung von Oberflächenwasser sowie von Abwässern in Kläranlagen.
Eingesetzt werden Hochdurchsatzmethoden für die Sequenzierung des Metagenoms der einzelnen Proben sowie Bioinformatik-Ansätze für Big-Data-Analysen der neuesten Generation. Neben der Beschreibung des Ist-Zustandes wird außerdem nach Wegen gesucht, um beschädigte Böden und belastete Gewässer in ihrer Gesundheit wiederherzustellen. Im Fokus steht dabei die Resilienz natürlicher mikrobieller Gemeinschaften.
Weiterführende Links
Webcode
20260330_003