Forschungsprojekt untersucht Wasserhaushalt und Biodiversität in der Lausitz
Ein grenzüberschreitendes Forschungsprojekt der TU Berlin mit Partnern aus Deutschland und Polen entwickelt Strategien für klimaresiliente wasserabhängige Ökosysteme nach dem Braunkohleausstieg.
Mit dem Ende des Braunkohleabbaus verändert sich die Lausitz tiefgreifend. Wasserhaushalt und Wasserqualität wandeln sich, sensible Ökosysteme geraten unter Druck. Hier setzt das neue Forschungsprojekt BioFLOWLAND an, das vom Fachgebiet Hydrogeologie der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Irina Engelhardt koordiniert wird. Es untersucht, wie sich die hydrologischen und ökologischen Folgen des Strukturwandels in der deutsch-polnischen Grenzregion besser verstehen und gestalten lassen. Im Fokus stehen besonders vom Bergbau geprägte Landschaften: auf deutscher Seite der Spreewald und der Branitzer Park, auf polnischer Seite das Nysa-Tal, die Gubiskie Mokrada und der Landschaftspark Łuk Mużakowa. Gefördert wird das Vorhaben bis zum 30. Juni 2029 mit knapp zwei Millionen Euro im Programm Interreg VI A Brandenburg–Polen.
Der Spreewald als Modellraum
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt im Spreewald. Dort wird untersucht, wie sich Feuchtgebiete, Moore und Wälder unter den veränderten Wasserverhältnissen entwickeln und welche Maßnahmen helfen können, wasserabhängige Ökosysteme zu erhalten. Eine wichtige Rolle spielen die zahlreichen Wehre im Spreewald. Über festgelegte Stauziele regulieren sie die Wasserstände in den Fließen und dienen damit ökologischen, wasserwirtschaftlichen und touristischen Anforderungen. Hohe Wasserstände können jedoch den Abfluss verringern, Wasserflächen vergrößern und damit Verdunstungsverluste erhöhen. Das Projekt modelliert deshalb, wie sich unterschiedliche Stauziele auf Landschaftswasserhaushalt und Verdunstung auswirken. Ein zweiter Untersuchungsraum ist der Branitzer Park in Cottbus. Dort untersuchen die Forschenden, warum Bäume geschädigt sind und welche Rolle bergbaubedingte Veränderungen des Grundwassers und heutige Belastungen der Wasserqualität dabei spielen. Im Mittelpunkt steht unter anderem Sulfat. Es kann entstehen, wenn schwefelhaltige Minerale wie Pyrit, die durch den Bergbau freigelegt wurden, mit Wasser und Sauerstoff reagieren. Erhöhte Werte wurden bereits im Branitzer Park gemessen.
Die Arbeiten bilden zugleich die Basis für grenzüberschreitende Datensätze und ein gemeinsames Monitoring in der deutsch-polnischen Grenzregion. Bürger und Bürgerinnen in Polen werden darin geschult, selbst hydrologische Daten zu erheben, um Datenlücken zu schließen.
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