Förderung für Projekte zum Bürokratieabbau
Zum Jahresthema „Bürokratie verstehen, gestalten, verändern“ fördert die Wübben Stiftung Wissenschaft sieben Sandpit-Vorhaben an deutschen Universitäten mit jeweils bis zu 50 000 Euro. In den Vorhaben wird untersucht, so die Stiftung, wann Bürokratie schützt, wann sie belastet und wie sie so verändert werden kann, dass sie Menschen, Institutionen und gesellschaftlichen Aufgaben besser dient.
Unter den geförderten Vorhaben sind:
Law as Code/Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
Das Projekt untersucht, wie Gesetze in digitale Regeln übersetzt werden können („Law as Code“), um Verwaltungen effizienter zu machen, ohne dabei verfassungsrechtliche Schutzmechanismen zu schwächen. Zugleich prüft es, wo Automatisierung an ihre Grenzen stößt, etwa bei Einzelfallprüfung, Verhältnismäßigkeit oder menschlicher Kontrolle. Ziel ist es, Leitlinien, Prüfkriterien und konkrete Projektideen zu entwickeln, damit „Law as Code“ Bürokratie abbaut, ohne Grundrechte und Fairness zu gefährden.
Bürokratie neu programmieren/TU Berlin
Wie kann eine Verwaltung gleichzeitig verlässlich, anpassungsfähig und innovationsfreundlich sein? Die Teilnehmer*innen dieses Sandpits wollen in einem kollaborativen Designexperiment neue bürokratische Steuerungsmodelle und einen Werkzeugkasten für eine flexible Verwaltung entwerfen. Das Projekt geht von der Prämisse aus, dass Verwaltungen dynamische Systeme sind, die wie Software erprobt, getestet und laufend verbessert werden können.
Bürokratie im Bauwesen/Technische Universität Darmstadt
Das Darmstädter Projekt nimmt die Baubürokratie in den Blick und fragt, wie sich dokumentenbasierte Verwaltungsverfahren in ein KI-gestütztes Ökosystem überführen lassen. Besonders wichtig ist dabei die „Accountability Gap“, also die Lücke zwischen technischer Innovation und rechtlicher Haftung. Das Sandpit verbindet Bauingenieurwesen, Rechtswissenschaft und Informatik und will Leitlinien für sichere Mensch-Maschine-Systeme im Bauwesen entwickeln.
Von Klimakennzahlen zum Papierkram/RWTH Aachen
Warum ist die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks von Produkten so komplex? In diesem Sandpit berechnen die Teilnehmer*innen denselben CO₂-Fußabdruck eines Produkts einmal mit klaren Standards und einmal mit mehr Auslegungsspielraum. So soll sichtbar werden, an welchen Stellen unterschiedliche Annahmen zu abweichenden Ergebnissen, mehr Dokumentation und höheren Kosten führen. Ziel sind einfachere, verlässlichere Regeln für transparente Klimaberichte.
Sandpits sind dreitägige, interdisziplinäre Ideenwerkstätten, die Forschende und Praktiker zusammenbringen, um neue Fragen zu entwickeln und tragfähige Ansätze für Folgeprojekte zu erarbeiten. Die Stiftung setzt ein Rahmenthema, macht aber keine weiteren Vorgaben.
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