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Fischotter zurück in der Hammer Lippeaue

Nachdem bereits vor rund 15 Jahren mit Biber und Weißstorch zwei charismatische Tierarten in die Lippeaue in Hamm (Nordrhein-Westfalen) zurückgekehrt sind, ist nun auch der Fischotter zurück. Der Fischotter (Lutra lutra) wird bis zu 1,20 Meter lang und ist mit seinem dichten, wasserabweisenden Fell, dem gedrungenen Körperbau sowie Schwimmhäuten an allen vier Pfoten perfekt an das Leben im und am Wasser angepasst. Als größter heimischer Marder steht er wie kaum eine andere Art für naturnahe, intakte Gewässerlandschaften. Seit den 1950er-Jahren galt der Fischotter in Nordrhein-Westfalen als ausgestorben. Erst ab 2009 wurde er zunächst wieder im westlichen Münsterland nachgewiesen.

Christian Härting und Patrick Hundorf von der Biologischen Station Soest (Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz e. V., ABU) betreuen im Auftrag des Umweltamts der Stadt Hamm die Naturschutzgebiete in der östlichen Lippeaue. Nach verschiedenen Hinweisen auf ein mögliches Vorkommen des Fischotters führten sie ein standardisiertes Monitoring zur Bestandsaufnahme durch. Eine direkte Beobachtung mit dem Fernglas ist in der Regel nicht möglich, da sie als Einzelgänger überwiegend nachts aktiv sind und dabei große Strecken entlang von Gewässern zurücklegen.

Eine besondere Eigenschaft verrät jedoch zuverlässig ihre Anwesenheit: Zur Reviermarkierung und zur Kommunikation mit Artgenossen platzieren Fischotter ihren Kot, die sogenannte Losung, gut sichtbar an markanten Stellen wie Uferbereichen, Steinen oder Baumstümpfen. Der Fischotter verspeist zum Beispiel die invasive Grundel. Dazu Dirk Bergmeier, Fischereiberater der Stadt Hamm: „Diese nicht heimische Fischart bereitet dem Ökosystem unserer Gewässer erhebliche Schwierigkeiten. Umso schöner, dass diese nun wieder einen natürlichen Fressfeind mehr hat.“

Zur Reviermarkierung abgesetzte Losung des Fischotters an einer gut sichtbaren Stelle am Ufer der Lippe (Foto: Christian Härting)

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