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Extremwetterkongress: Deutschlands Wasserhaushalt unter zunehmendem Druck

Trockenperioden, Niedrigwasser und steigende Gewässertemperaturen verändern den Wasserhaushalt in Deutschland. Auf dem "ExtremWetterKongress" in Hamburg zeigen aktuelle Daten und Analysen, dass insbesondere die Wasserverfügbarkeit im Sommer zunehmend unter Druck gerät. Gleichzeitig erwärmen sich Flüsse sowie Nord- und Ostsee. Für die Wasserwirtschaft wächst damit die Bedeutung von Wasserrückhalt und klimaresilienten Infrastrukturen.

Im Mittel der Referenzperiode 1991 bis 2020 standen Deutschland jährlich rund 176 Milliarden Kubikmeter erneuerbare Wasserressourcen zur Verfügung. Das sind etwa 17 Milliarden Kubikmeter weniger als im Zeitraum 1961 bis 1990. In elf der vergangenen 15 Jahre wurde der aktuelle langjährige Mittelwert unterschritten. Im Jahr 2025 lag die verfügbare Wassermenge demnach bei weniger als 100 Milliarden Kubikmetern. Besonders relevant ist die saisonale Verschiebung der Wasserverfügbarkeit. Für Deutschland wird nicht zwangsläufig ein starker Rückgang des Jahresniederschlags erwartet. Problematisch ist vielmehr, dass im Sommer weniger und im Winter tendenziell mehr Niederschlag zur Verfügung steht. Damit steigt die Bedeutung, Wasser in niederschlagsreichen Zeiten in Böden, Landschaften und Siedlungsräumen zurückzuhalten.

Rhein erreicht 29 Grad

Auch die Erwärmung der Fließgewässer wird deutlicher. Am Rhein wurde an der Messstation Koblenz am 28. Juni 2026 ein Tagesmittel der Wassertemperatur von 29,0 Grad Celsius registriert. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 28,2 Grad aus dem Jahr 2006 überschritten. An insgesamt 41 Tagen lag das Tagesmittel 2026 über 25 Grad. Gleichzeitig verändert sich das Niedrigwassergeschehen. Am Rhein treten niedrige Abflüsse zunehmend im Sommer und Herbst auf. Anfang September wurden an zahlreichen Messstellen sehr niedrige Abflüsse und Grundwasserstände beobachtet.

Auch Nord- und Ostsee werden wärmer

Die Erwärmung betrifft ebenso die Meere. Nach den auf dem Kongress vorgestellten Daten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie erreichte die Nordsee 2025 mit durchschnittlich 11,6 Grad Celsius die höchste mittlere Oberflächentemperatur seit Beginn der entsprechenden Zeitreihe 1969. Vor Helgoland wurden 2026 zudem zahlreiche Tage mit marinen Hitzewellen registriert.

DWA fordert mehr Wasserrückhalt

Die DWA nimmt die Entwicklung zum Anlass, eine schnellere Anpassung der Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung zu fordern. Regenwasser soll nach ihrer Position stärker vor Ort versickern, gespeichert, verdunstet und genutzt werden. Städte sollen konsequenter nach dem Schwammstadtprinzip entwickelt werden. Gleichzeitig müsse auch der Landschaftswasserhaushalt gestärkt werden: Böden, Moore, Auen und Gewässer sollen wieder mehr Wasser aufnehmen und in Trockenperioden zeitverzögert abgeben können. Darüber hinaus fordert die DWA langfristig gesicherte Investitionen in klimaresiliente Wasserinfrastrukturen und eine stärkere Berücksichtigung von Dürre, Trockenheit und Überflutungsvorsorge in der kommunalen Planung.

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