Anzeige

Deutschland hat jetzt eine Universal-Moorraupe

Was nach einem lebenden Insekt klingt, ist in Wirklichkeit eine landwirtschaftliche Spezialmaschine. In Brandenburg gibt es Deutschlands erste Universal-Moorraupe. Es ist ein Kettenfahrzeug mit einem Vierkettenantrieb, das speziell für die Landschaftspflege und Ernte auf extrem weichen, nassen und sumpfigen Moorflächen konstruiert wurde.

Seehausen im Landkreis Uckermark ist um eine Attraktion reicher: Auf einer Moorfläche im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin wurde die Moorraupe zum ersten Mal in Betrieb genommen. Die Raupe kann Mähen und gleichzeitig Sammeln, Mulchen und Forstmulchen. Mit ihr lassen sich deutlich mehr Flächen auch bei hohen Wasserständen bewirtschaften. Die beeindruckende Technologie kostet allein satte 423 000 Euro, die aus der Richtlinie „Klima/Moorschutz – investiv“ des Landwirtschafts- und Umweltministeriums finanziell eingeflossen sind. Der Betrieb von Marc de la Barré setzt die Innovation ein. Der Landwirt gehört zu den Vorreitern bei der Bewirtschaftung nasser Moorflächen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie.

Moorschutz und Landwirtschaft können zusammenpassen

Landwirtschafts- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt sagte bei der Einweihung: „Hier sehen wir in der Praxis, dass Moorschutz und Landwirtschaft zusammenpassen. Moore sind entscheidend für den Klimaschutz. Gleichzeitig können sie Landwirtinnen und Landwirten ein Einkommen sichern. Dank der Technik ist eine klimaschonende Bodenpflege möglich. Diesen Ansatz unterstützen wir mit unserer Förderrichtlinie ‚Klima/Moorschutz – investiv‘. Die neue Universal-Moorraupe ist Pioniertechnik für moorschonende Landwirtschaft: In dieser Form kommt sie erstmals in Deutschland zum Einsatz. Sie ermöglicht es, Flächen auch bei moorschonenden Wasserständen zu bewirtschaften. Das bremst die Torfzersetzung und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen. Das Beispiel zeigt, wie Landwirtschaft auf nassen Moorflächen gelingen kann. Unser Ziel ist es, die Erfahrungen auszuwerten, die Technik weiterzuentwickeln und die Erkenntnisse anderen Betrieben zugänglich zu machen. Denn was hier erprobt und wissenschaftlich begleitet wird, kann für andere Betriebe neue Wege eröffnen.“
 
Der ökologisch wirtschaftende Familienbetrieb „MoorWert – Speziallandschaftspflege“ in Oberuckersee setzt die Raupe ein, hält und züchtet dort Galloway-Rinder. Dank ihres extrem geringen Bodendrucks arbeitet das Fahrzeug mit Vierkettenantrieb zuverlässig auf weichen, nassen oder sumpfigen Flächen wie Mooren und Feuchtwiesen. Zudem ist sie vielseitig in der Grünlandbewirtschaftung einsetzbar. Mit der geförderten Technik des Herstellers mera Rabeler kann der Betrieb rund 332 Hektar bei moorschonenden Wasserständen bewirtschaften.
 
Brandenburg gehört mit rund 264 000 Hektar (8,9 Prozent der Landesfläche) zu den moorreichsten Bundesländern. Das Land hat einen Anteil an der Moorfläche Deutschlands von circa 15 Prozent.
So sieht die Moorraupe aus Bild: Marc de la Barré

Webcode

20261008_002

GFA News bei Google bevorzugen

Fügen Sie GFA News als bevorzugte Quelle hinzu und lassen Sie unsere Fachmeldungen in der Google-Suche stärker hervorheben.

Als bevorzugte Quelle hinzufügen