Bodensee: Winterliche Durchmischung bleibt unzureichend
Der Klimawandel bereitet dem Bodensee Probleme. Seit Jahren ist die Durchmischung des Wassers im Winter nur schwach ausgeprägt. Das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert: Die Winterliche Durchmischung bleibt unzureichend.
Für das Ökosystem des Bodensees ist im Winterhalbjahr eine tiefreichende Zirkulation des Wasserkörpers von großer Bedeutung, am besten bis zum Seegrund in 251 Meter Tiefe. Nur so gelangt Sauerstoff in die tiefen Regionen. Im Zuge der Klimaerwärmung verschlechtern sich die Bedingungen für eine vollständige Durchmischung allerdings zunehmend. „Auch in diesem Winter konnte der gesamte See nicht in ausreichendem Maße bis zur tiefsten Stelle zirkulieren“, stellt Harald Hetzenauer fest, der Leiter des Instituts für Seenforschung, das zur Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) gehört. Nur in den flacheren Teilen des Bodensees, in der 60 Meter tiefen Bregenzer Bucht und im Überlinger See mit einer maximalen Tiefe von knapp 150 Meter konnte eine gute Durchmischung bis zum Grund festgestellt werden. Immerhin ist das Tiefenwasser bisher noch gut mit Sauerstoff versorgt. In der Seemitte in 251 Meter Tiefe wurden Mitte Januar etwa sechs Milligramm Sauerstoff pro Liter über Grund gemessen. Anfang März stieg er dann auf rund sieben Milligramm pro Liter – was allerdings immer noch deutlich weniger ist als die 11,3 Milligramm pro Liter an der Wasseroberfläche. „Daher stellt sich die Frage, wie viele Jahre mangelnder Zirkulation in Folge der See tolerieren kann, bevor ihm im wahrsten Sinne des Wortes in der Tiefe die Luft ausgeht“, kommentiert Hetzenauer diese bedenkliche Entwicklung. Diese Frage ist auch ein wichtiges Thema im aktuellen Interreg-Forschungsprojekt SeeWandel-Klima, das von der IGKB initiiert wurde und von ihr gefördert wird.
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