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Was das Alter über den Schutz des Grundwassers verrät

BGR untersucht Stoffeinträge ins Grundwasser

Wie gut ist tiefes Grundwasser vor menschengemachten Stoffeinträgen geschützt? Dieser Frage geht die BGR mit Untersuchungen an 29 Brunnen in drei Regionen Deutschlands nach.

Der Schutz des Grundwassers vor Schad- und Nährstoffeinträgen beginnt bereits im Boden. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) untersucht deshalb, wie Stoffe mit dem Sickerwasser durch Boden und Untergrund transportiert werden und schließlich das Grundwasser erreichen. Ziel ist es, Eintragspfade und mögliche Belastungen besser bewerten zu können.

Grundwasser: Langlebige Stoffe sind problematisch

Die Untersuchungen fanden im Fulda-Werra-Bergland, im Spessart und im Odenwald statt. Die Proben stammen aus Buntsandsteinschichten in Tiefen zwischen 20 und 300 Metern. Bestimmt werden soll die Altersverteilung des geförderten Grundwassers.
Von Bedeutung ist dies unter anderem für Stoffe aus Landwirtschaft und Siedlungsbereichen. Wie schnell und in welcher Konzentration sie das Grundwasser erreichen, hängt von zahlreichen Faktoren ab – darunter Bodeneigenschaften, Niederschlag, Grundwasserneubildung und die geologischen Verhältnisse. Gerade langlebige Stoffe können problematisch sein, da sie sich im Grundwasser nur langsam abbauen und Belastungen teilweise erst Jahre nach dem Eintrag sichtbar werden. Grundwasser mit einem Alter von mehr als 60 Jahren ist nach Angaben der BGR in der Regel nur gering durch anthropogene Stoffeinträge belastet und gilt damit als Hinweis auf eine hohe Schutzwirkung der darüberliegenden geologischen Deckschichten.

Bei den Untersuchungen wird ein spezielles Verfahren für die Analyse von Alterstracern angewandt. Alterstracer sind natürlich vorkommende Isotope und Gase im Wasser, die als chemische Stoppuhr dienen, um das genaue Alter und die Fließzeiten des Grundwassers zu bestimmen. Spurenstoffe wie Tritium, Krypton-85 oder SF6, deren zeitliche Freisetzung in die Atmosphäre bekannt ist, dienen als Zeitmarker. Die BGR will mit ihren Untersuchungen die wissenschaftlichen Grundlagen für einen vorsorgenden Grundwasserschutz verbessern. Angesichts des steigenden Nutzungsdrucks auf die Grundwasservorkommen gewinnen dabei neben der verfügbaren Wassermenge auch Fragen der Wasserqualität an Bedeutung.

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