89 Millionen Euro für Weheüberleitung in der Eifel
Dürre und Starkregen können nah beieinander liegen. Während lange Trockenphasen die Wasserversorgung belasten, führen heftige Niederschläge innerhalb kürzester Zeit zu Hochwasser. Wie beide Extreme abgepuffert werden können, zeigt die geplante „Weheüberleitung“.
In Stolberg bei Aachen soll ein fünf Kilometer langer unterirdischer Stollen den Hasselbach mit der Wehebachtalsperre verbinden. In Trockenzeiten liefert er Wasser, bei Starkregen leitet er Hochwasser in die Talsperre ab und schützt dadurch Siedlungen und Industriegebiete in Stolberg und Eschweiler. Die Errichtung der Talsperren in der Eifel im 20. Jahrhundert war ursprünglich eine Maßnahme, die dem Schutz der Industrie an Rur und Inde diente. Die Weheüberleitung hilft erneut der Wirtschaft in der Region, die beides braucht: ausreichend Wasser und Schutz vor Hochwasser. Mit 89 Millionen Euro sorgt das Land dafür, dass Betriebe mit hohem Wasserbedarf auch in Trockenzeiten sicher versorgt sind – zum Beispiel die traditionsreiche Papierindustrie in Düren.
Umweltminister Oliver Krischer sagte bei der Übergabe des Förderbescheids: „Der Klimawandel stellt unsere Wasserwirtschaft vor mehrere Herausforderungen gleichzeitig. Mit der Weheüberleitung schaffen wir deshalb eine Infrastruktur, die auf verschiedene Extreme reagieren kann. Dieses Projekt ist die bedeutendste Investition in das Talsperrensystem der Eifel seit mehr als 40 Jahren.“ Die Wehebachtalsperre versorgt unter anderem die Stadt Düren mit mehr als der Hälfte ihres Trinkwassers. Weil sich die Talsperre nur aus dem Regen im eigenen Einzugsgebiet speist, sank ihr Beitrag zur regionalen Wasserversorgung in den Trockenjahren 2018 bis 2022 massiv. Der neue, rund 3,5 Meter breite Stollen leitet künftig zusätzliches Wasser aus dem Hasselbach in die Talsperre.
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