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360 Hektar Überflutungsflächen an der Unteren Havel zurückgewonnen

An der Unteren Havel – im Gebiet der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt – wird derzeit das größte Renaturierungsprojekt an einer Bundeswasserstraße in Deutschland umgesetzt. Nach mehr als 20 Jahren ziehen die Länder und der NABU eine Zwischenbilanz.

Auf rund 90 Flusskilometern wird die Bundeswasserstraße naturnäher gestaltet. In Brandenburg wurden mehr als elf Kilometer Uferbefestigungen zurückgebaut oder naturnah umgestaltet.

Die Ergebnisse sprechen für sich: 35 Flutrinnen, neun Verwallungen und acht Altarme sind wieder an die Flusslandschaft angebunden. Besonders interessant bei einem möglichen Hochwasser ist diese Zahl: 360 Hektar Flächen, die überflutet werden könnten, wurden zurückgewonnen. Durch gezielte Anpflanzungen entwickelten sich 100 Hektar Auwald.

Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch sagte in Havelberg: „Die Untere Havelniederung ist ein herausragender Naturraum Brandenburgs und von nationaler Bedeutung. Die Renaturierung der Unteren Havel ist das derzeit bedeutsamste Naturschutzgroßprojekt in Brandenburg und leistet durch die Wiederherstellung natürlicher Fluss- und Auenlebensräume einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt. Es dient zugleich dem Wasserrückhalt und dem natürlichen Klimaschutz. Besonders ist der großräumige Ansatz: nicht einzelne Biotope, sondern die gesamte Flusslandschaft wird betrachtet. Durch die Schaffung von Retentionsräumen wird zudem der Hochwasserschutz insbesondere an der Elbe verbessert. Und auch die Fahrgast-Schifffahrt, der Natur-Tourismus sowie Fischerei und Anglerschaft profitieren von den Maßnahmen. Hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit aller Akteure vor Ort und die enge Einbindung von Kommunen, Landkreisen, Landnutzern und Eigentümern durch den Projektträger. Sie sichert eine hohe Akzeptanz und sorgt letztlich für eine erfolgreiche Umsetzung.“

Gefördert wird das Naturschutzgroßprojekt zur Renaturierung der Unteren Havel zwischen Pritzerbe, einem Ortsteil der Stadt Havelsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark, und Gnevsdorf, einem Gemeindeteil von Rühstädt in der Prignitz, durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie den Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Das Land Brandenburg trägt elf Prozent der Fördersumme und unterstützt das Projekt im Zeitraum von 2009 bis 2033 – in der Umsetzungsphase nach Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplans– mit mehr als 7,4 Millionen Euro. Projektträger ist der Naturschutzbund Deutschland. Weitere Informationen

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