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Chemiewaffen-Altlasten: Dethlinger Teich wird saniert

Nach jahrelangen Untersuchungen und Vorarbeiten sollen Kampfmittelspezialisten im August 2023 mit der Sanierung des Dethlinger Teichs (Landkreis Heidekreis, Niedersachsen) beginnen. Der Dethlinger Teich ist eine ehemalige Kieselgur-Grube, in die während und nach dem Zweiten Weltkrieg große Mengen chemischer Kampfmittel entsorgt wurden. Über die Jahre sind Kampfstoffe ausgetreten, nachgewiesen wurden S-Lost und Phosgen. Für die Sanierung des Dethlinger Teichs stehen insgesamt 38 Millionen Euro zur Verfügung. Davon zahlt das Land 18,4 Millionen Euro, den Rest übernehmen der Bund und der Landkreis. Für die komplexen Arbeiten wurde der Dethlinger Teich mittlerweile komplett überdacht. Die Kampfmittelspezialisten können nur für einen begrenzten Zeitraum von maximal einer Stunde pro Person arbeiten - und zwar unter Vollschutz mit Schutzanzug und Atemschutzmaske. Die Untersuchung eines benachbarten Grundwasserkörpers anhand von 150 Messstellen hatte eine massive Belastung mit Kampfstoff-Abbauprodukten ergeben. Bei der anschließenden Erkundung des Dethlinger Teichs zwischen September 2019 und April 2020 an drei Teilflächen wurden insgesamt 2552 Stücke Kampfstoffmunition geborgen. Das Umweltministerium geht davon aus, dass sich über 100 000 verschiedene Kampfmittel in dem zehn bis zwölf Meter tiefen Teich befinden.

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20230703_002

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