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Walter Haase gestorben

Im Februar 2023 verstarb Dr. Walter Haase, erster Präsident des Landesumweltamts in Brandenburg und ein Pionier der staatlichen Umweltverwaltung in Brandenburg. Er wurde 92 Jahre alt. Der am 29. März 1930 in Klein Besten im heutigen Landkreis Dahme-Spreewald geborene Walter Haase begann seine wissenschaftliche Ausbildung im Amt für Technik und Verwaltung der Luftfahrtindustrie in Dresden. Nach dem Ingenieurstudium der Triebwerkskonstruktion und einem Fernstudium zum Diplomingenieur an der Technischen Hochschule Leipzig arbeitete er als Projektleiter im VEB Geräte- und Reglerwerke Teltow. 1988 schloss er an der Technischen Hochschule Leipzig eine Dissertation zum Thema „Parameterschätzverfahren zur Dimensionierung von Kläranlagen am Beispiel des Klärwerkes Berlin-Nord” ab. Seit 1990 arbeitete Walter Haase als Ressortleiter „Umwelt” in der Bezirksverwaltungsbehörde Potsdam und wirkte beim Aufbau des in Gründung befindlichen Umweltministeriums (MUNR) mit. Am 2. Januar 1991 wurde er zum Leiter des Aufbaustabs zur Bildung des Landesumweltamts Brandenburg berufen, das er ab April 1992 als Präsident leitete. Haase und seine Mitstreiterinnen und Mitarbeiter bauten eine moderne und breit aufgestellte Verwaltung mit eigenem Labor auf. Der damalige Zuschnitt der Behörde spiegelt die Aufarbeitung drängender und zu DDR-Zeiten unbewältigter Probleme wider. Das erste Organigramm zeigt eine große Bodenschutzabteilung und eine starke Verankerung des Immissionsschutzes im ersten Landesumweltamt. Walter Haase profilierte sich auch als Verwaltungsleiter und musste mehrfach den Aufgabenzuschnitt des Landesumweltamtes verändern: Der Bereich Raumordnung ging 1992 an das Umweltministerium, der Havarie- und Katastrophenschutz 1993 zum Innenministerium. Viele wasserbehördliche Zuständigkeiten wurden im Rahmen der Umsetzung des ersten Funktionalgesetzes den Landkreisen und kreisfreien Städten zugeordnet. Weitere Aufgaben wurden an die Ämter für Immissionsschutz und die Wasser- und Bodenverbände übertragen. Auch dies fiel in die Präsidentschaft von Walter Haase. Nach seinem Ausscheiden 1995 übernahm Walter Haase eine beratende Tätigkeit im Brandenburgischen Umweltforschungszentrum bei Neuruppin. 1996 wurde ihm das Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

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