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Baden-Württemberg: Förderung für Rohstoffgewinnung aus Abwasser und Abfall

Baden-Württemberg fördert den Aufbau modularer Bioraffinerien, die in den kommenden Jahren erproben und aufzeigen sollen, wie mittels nachhaltiger Bioökonomie hochwertige Rohstoffe aus Abfall und Abwasser zurückgewonnen werden können. Fünf Projekte haben den Zuschlag erhalten; hierfür stehen insgesamt rund 19 Millionen Euro aus dem EFRE-Förderprogramm „Bioökonomie Bio-Ab-Cycling” und aus Landesmitteln zur Verfügung. Parallel zu den Projekten unterstützt das Land den Aufbau einer Fachinitiative Bioraffinerien durch die Landesagentur Umwelttechnik BW. Die Fachinitiative wird unabhängig vom EFRE-Förderprogramm rein aus Landesmitteln gefördert. Hier werden unter anderem die Partnerinnen und Partner der Bioökonomie-Ab-Cycling-Projekte sowie weitere Expertinnen und Experten, Unternehmen und interessierte Stakeholder miteinander vernetzt, um gemeinsam Innovationen voranzutreiben.

Zu den Projekten, für die die 35 Projektpartnerinnen und Projektpartner in fünf Konsortien eine Förderung erhalten, gehören:

KoalAplan: Auf dem Lehr- und Forschungsklärwerk der Universität Stuttgart in Büsnau sollen anhand verschiedener biologischer Verfahren hochwertige Produkte aus kommunalem Abwasser gewonnen werden. Dazu gehören unter anderem Ammoniumstickstoff als Dünger, Wasserstoff und Polyhydroxyalkanoate (PHA) als Rohstoff für bio-basierten Kunststoff. Das Projekt wurde bei der EU-Kommission als Projekt von strategischer Bedeutung angemeldet.

InBiRa - Die Insektenbioraffinerie: In den Technikumshallen des Fraunhofer IGB in Stuttgart-Vaihingen sollen mithilfe von Insektenlarven hochwertige Produkte aus Abfall- und Restströmen gewonnen werden. Möglich machen das die Larven der Schwarzen Soldatenfliege, durch deren Aufbereitung unter anderem aus Lebensmittelabfällen Proteine, Fette und Chitosan hergestellt werden. Auch dieses Projekt wurde bei der EU-Kommission als Projekt von strategischer Bedeutung angemeldet.

BW2Pro - Biowaste to Products: Auf dem Gelände der kommunalen Biogasvergärungsanlage der Abfallwirtschaft Rems-Murr AöR (AWRM) in Backnang soll in Zukunft täglich eine Tonne Bioabfall zu Produkten und Rohstoffen wie zum Beispiel Fasern, Blumentöpfe, Dünger und Biogas verarbeitet werden.

SmartBioH2-BW - Biowasserstoff aus industriellen Abwasser- und Reststoffströmen: Eine Bioraffinerie in eine bestehende Industrieumgebung am Standort der Evonik Operations GmbH in Rheinfelden zu integrieren, ist das Ziel des Projekts SmartBioH2-BW. Mittels zweier miteinander verknüpfter biotechnologischer Verfahren (Purpurbakterien und Algen) sollen in dem Projekt aus anfallenden industriellen Abwasser- und Reststoffströmen Biowasserstoff und weitere Produkte wie beispielsweise Carotinoide erzeugt werden.

RoKKa - Rohstoffquelle Klärschlamm und Klimaschutz auf Kläranlagen: Auf der kommunalen Kläranlage Erbach/Donau soll die Produktion von Wertstoffen demonstriert werden. Dabei werden verschiedene Anlagen zur Stickstoff-Rückgewinnung, Phosphor-Rückgewinnung, die Abtrennung und das Recycling von CO2 sowie die Elektrosynthese und Mikroalgenproduktion eingesetzt und kombiniert.

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20220302_003

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