Anzeige


03.08.2020

Kalikokrebs: Erstmals Gewässer vollständig von invasiver Tierart befreit und erfolgreich saniert

Biologen der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie der Stadt Rheinstetten ist es gelungen, ein Gewässer (den „Dreizack” in Rheinstetten) nach eigenen Angaben „vollständig vom Kalikokrebs zu befreien und erfolgreich zu sanieren”. Im Rahmen eines von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojekts haben die Wissenschaftler Maßnahmen entwickelt, die Wirkung zeigen: Baumstammbarrieren um das Gewässer und Kies auf dem Boden verhindern, dass sich die hochinvasiven Krebse dort ansiedeln. Seit vielen Jahren breitet sich der Kalikokrebs am Oberrhein aus und bedroht einheimische Amphibien und Libellen. Eine Baumstammbarriere verhindert, dass die über Land wandernden Krebse zum Gewässer gelangen, und eine Kiesschicht an Ufer und Boden sorgt dafür, dass die Krebse keine Röhren bauen können. Das ist wichtig, weil die Krebse in diesen Röhren sogar das Austrocknen des Gewässers überleben. „Im Dreizack gibt es jetzt eindeutig keine Kalikokrebse mehr”, bilanziert Andreas Stephan, Doktorand am Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung. „Seit Monaten haben wir in den 25 Fangsteinen, mit denen wir das Monitoring des Gewässers realisieren, keine Kalikokrebse mehr gefangen. Die Art ist dort definitiv nicht mehr vorhanden.” Der Kalikokrebs (Faxonius immunis) stammt aus Nordamerika und hat sich am Oberrhein seit 1993 dramatisch ausgebreitet. Kalikokrebse haben eine hohe Fortpflanzungsrate und können Massenbestände mit 45 Krebsen pro Quadratmeter Wasserfläche entwickeln.

Kalikokrebs mit erhobenen Scheren. (Foto: Karsten Grabow, Pädagogische Hochschule Karlsruhe)

Prof. Dr. Andreas Martens, Leiter des Instituts für Biologie und Schulgartenentwicklung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

andreas.martens@ph-karlsruhe.de

Webcode: 20200803_008