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07.07.2020

Gebirgsregionen versorgen 25 Prozent der Weltbevölkerung mit Wasser

Die Menschheit wird zunehmend abhängig von Wasser aus Gebirgsregionen. Weltweit hat sich der Wasserverbrauch in den letzten 100 Jahren vervierfacht. Viele Regionen können ihren Wasserbedarf mittlerweile nur noch dank der Zuflüsse aus den Bergen decken. In 30 Jahren wird ein Viertel der Tieflandbevölkerung vom Wasser der Gebirgsregionen abhängig sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Increasing dependence of lowland populations on mountain water resources” unter Leitung der Universität Zürich. Die Wissenschaftler haben das Wasserangebot und den Wasserverbrauch in den Tiefländern den Zuflüssen aus den Gebirgen gegenüberstellt. Basierend auf einem hochauflösenden globalen Modell liefert die Studie rund um den Globus detaillierte Informationen über die Abhängigkeit von den Was-serressourcen der Gebirge. Die Analysen wurden flächendeckend mit Hilfe eines regelmässigen Rasters durchgeführt und anschließend für jedes Flusseinzugsgebiet mit einer Fläche von über 10 000 km2 miteinander verglichen. Die Abhängigkeit von Wasser aus Gebirgsregionen steigt damit weiter an. Noch in den 1960er-Jahren waren lediglich sieben Prozent der Tieflandbevölkerung substanziell von den Beiträgen der Gebirge abhängig. Besonders im Fokus stehen dabei die Einzugsgebiete von Ganges, Brahmaputra, Meghna, Yangtze und Indus in Asien, von Nil und Niger in Afrika, Euphrat und Tigris im Nahen Osten sowie des Colorado in Nordamerika. Die vollständige Studie haben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Sustainability” veröffentlicht (DOI: 10.1038/s41893-020-0559-9).

Der Rosegbach im Oberengadin (Schweiz) ist Teil des Donaueinzugsgebietes, wo gegenwärtig über ein Drittel der 46 Millionen Tieflandbewohner vom Wasser der Gebirge abhängen. (Foto: Daniel Viviroli)

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Webcode: 20200707_001